Das Drama flach halten
Ein bisschen erinnert er an JD Vance, dieser Anzugtyp, der da in Großprojektion auf dem Vorhang populistisch in der Menge badet, dabei straight und siegessicher in die Kamera grinst. Und dann auch wieder nicht. Zumindest scheint er nicht bedingungslos an brutale Remigrationsprogramme und identitäre Privilegien zu glauben.
Der Ort der Geburt, ist der wirklich so wichtig? Und «die ganze Reise einer Person durch die Zeit bedeutungslos?» Im Hintergrund sieht man jubelnde und skeptische Gesichter, Schilder mit Namensschriftzug werden hochgehalten, die Stimmung eher erwartungsvoll, gewaltbereit.
Robert Icke lässt seine «Ödipus»-Version an einem Wahlabend spielen. Die Lokale sind geschlossen, die Stimmen werden gerade ausgezählt, in zwei Stunden erste Hochrechnungen erwartet. Doch muss, wer nach der Macht greift, erst einmal akribisch in der eigenen Vergangenheit aufräumen? Gehören Taktieren, Lavieren und Vertuschen nicht vielmehr zum politischen Kerngeschäft? Ist Sophokles’ Prozess der radikalen Selbsterkenntnis das Verfahren, mit dem sich moderne Autokraten durchleuchten lassen? Der Abend, der mit der zerstörerischen Macht der Wahrheit spielt, wird diese Fragen allerdings bald aus den ...
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Theater heute Juni 2026
Rubrik: Aufführungen, Seite 17
von Silvia Stammen
Erzählt einander die Lebensbilder», das ist einer der Imperative am Schluss von Peter Handkes dramatischem Gedicht «Über die Dörfer». Lebensbilder zu erzählen, das scheint Roberto Ciullis Alterswerk im Theater an der Ruhr Mülheim zu sein. Szenische Porträts seiner Hausgötter und ihrer Propheten mit biografischer Information und bilderreichen Kommentar zu ihrem...
AACHEN, DAS DA THEATER
4. Dupont nach Shakespeare, Romeo und Julia (Freilichtbühne Burg Wilhelmstein)
R. Maren Dupont und Aachen Grenzlandtheater
AACHEN, GRENZLANDTHEATER
12. Schmidt nach Dusse, Achtsam Morden durch bewusste Ernährung
R. Eva Brunner
AACHEN, THEATER
20. Köhler, Himmelwärts
R. Mona Luana Schneider
25. Ensemble, Lob & Tadel (U)
R. Jochen Strauch
AL...
Theater heute Eigentlich wollten Sie als – pardon – ältere, weiße, mitteleuropäische Männer gar nicht mit uns über Theater der Welt in Chemnitz reden, sondern haben auf die neun internationalen Kurator:innen verwiesen, die das Programm verantworten. Das ließ sich aber organisatorisch nicht herstellen, also sind Sie freundlicherweise doch eingesprungen. Das Festival...
