Die Goldenen Jahre

Während Rechte Queerness als Bedrohung der Ordnung empfinden, formierte sich am Gorki wütendes, wehrhaftes, wertschätzendes Theater dagegen

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Im Dezember las ich einen Rückblick auf 13 Jahre Gorki in der «Süddeutschen Zeitung». Der Rezensent würdigte das Projekt «Geschichten von Menschen mit Migrationserfahrungen», lobte die Diversität des Ensembles und hob die in seinen Augen wichtigen Regiehandschriften und Inszenierungen und Themensetzungen hervor. Dabei fiel in einem kleinen Nebensatz auch die Bemerkung, das Gorki sei in all den Jahren auch immer wieder ein Ort für «queere Selbstfeier» gewesen.

Was sollte damit gemeint sein? Welche Eigenschaften braucht eine Inszenierung, um als «queere Selbstfeier» kategorisiert zu werden? Und was wäre im Gegenzug eine «heterosexuelle Selbstfeier»? Welche Eigenschaften bräuchte eine Inszenierung, damit derselbe Rezensent sagen würde: Das Theater XY war immer auch «ein Ort für heterosexuelle Selbstfeier»? Schwierig. Ich denke, gemeint waren einige Arbeiten, die ich in der Zeit von Shermin Langhoffs Intendanz zum Spielplan beigetragen habe: «Small Town Boy» und «In My Room».

Als Jens Hillje mich 2012 fragte, ob ich Lust hätte, ein neues Stück mit und für das Ensemble des Maxim Gorki Theaters zu entwickeln, wollte ich mich mit dem «Frühling der Reaktionäre» auseinandersetzen. 2012 ...

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Theater heute Juni 2026
Rubrik: Bilanz Gorki, Seite 48
von Falk Richter

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