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Die Theaterfassung von Regisseur Tanju Girisken und Dramaturgin Sophie Hein folgt konzentriert Özdamars Roman «Die Brücke vom Golde -nen Horn» vom ersten Exil der jungen Frau aus der türkischen Stadt Malatya: Sie macht sich (wie zuvor der Vater) auf den Weg nach Almanya, wo es Arbeit gibt; ist für eine Weile beschäftigt in einem Berliner Betrieb für elektronische Anlagen, wo gelötet und geschraubt wird. Intensiv reflektiert sie das Fremdsein in einer Welt, die noch nicht darauf eingerichtet ist, Zuwanderung als Bereicherung wahrzunehmen.
Gegenüber der Kreuzberger Wohnunterkunft der jungen Sevgi steht die Kriegsruine vom Eingangsbereich des einstigen Anhalter Bahnhofs, wie die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche eine der Erinnerungs-Ikonen der damaligen Halbstadt Berlin.
Eigentlich aber will die junge Frau Schauspielerin werden, erste Erfahrungen hat sie schon gesammelt daheim in der Türkei. Erst Jahre später, nachdem sie dorthin zurückgegangen ist, die Ausbildung abgeschlossen hat und in die Verwerfungen des Militärputsches daheim geraten ist, wird Berlin noch einmal zum Zentrum für ein Künstlerinnenleben. Der Regisseur Fritz Marquardt, einer der Weggefährten von Heiner Müller und ...
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Theater heute Dezember 2025
Rubrik: Chronik, Seite 62
von Michael Laages
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