Extremer Normalfall

Schmidt «Käsch und Naziss» (U) am Staatstheater Saarbrücken

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Machtkartelle kuscheln ja gerne auf dem Golfplatz. Aber was, wenn der Quell wechselseitiger Zuneigung versiegt, wenn die Dividendenlieferanten aus der Öl-, Atom- und Autoindustrie in ihren aufgeblähten Breitcordanzügen zusammensacken und die Folgen der Green Economy bejammern? Dann ist Herr Käsch not amused. Renditebremser ernten vom Großmeister des Kapitals eine Abreibung aus dem Rough, und zwar fäkalverbal ungefiltert, wie es «feuchte Börsenfürze» offenbar verdient haben.

Ja, es geht deftig zu in Volker Löschs (Regie) und Ulf Schmidts (Text, Dramaturgie) Welttheaterfarce am Staatstheater Saarbrücken. Ausstatterin Carola Reuther hat im Großen Haus einen Riesen-Guckkasten aufgestellt, bemalt mit einem muskelbepackten goldenen König, und der reißt ordentlich das Maul auf. Im Bauchraum dieser Cartoonfigur blättern Lösch/Schmidt den unaufhaltsamen Aufstieg der AfD als politisches Kasperspiel durch.

Zurück zu Golfliebhaber Käsch. Von dessen Fairway aus betrachtet ist die Lage in der Republik Diesland im Jahr 2025 revisionsbedürftig.

Käsch braucht ein neues Kartell. Wie praktisch, dass sich eine kommende Kraft anbietet: die Volksverführerin Naziss. An deren populistischer Honigleimspur ...

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Theater heute Dezember 2025
Rubrik: Chronik, Seite 63
von Stephan Reuter

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