Extremer Normalfall
Machtkartelle kuscheln ja gerne auf dem Golfplatz. Aber was, wenn der Quell wechselseitiger Zuneigung versiegt, wenn die Dividendenlieferanten aus der Öl-, Atom- und Autoindustrie in ihren aufgeblähten Breitcordanzügen zusammensacken und die Folgen der Green Economy bejammern? Dann ist Herr Käsch not amused. Renditebremser ernten vom Großmeister des Kapitals eine Abreibung aus dem Rough, und zwar fäkalverbal ungefiltert, wie es «feuchte Börsenfürze» offenbar verdient haben.
Ja, es geht deftig zu in Volker Löschs (Regie) und Ulf Schmidts (Text, Dramaturgie) Welttheaterfarce am Staatstheater Saarbrücken. Ausstatterin Carola Reuther hat im Großen Haus einen Riesen-Guckkasten aufgestellt, bemalt mit einem muskelbepackten goldenen König, und der reißt ordentlich das Maul auf. Im Bauchraum dieser Cartoonfigur blättern Lösch/Schmidt den unaufhaltsamen Aufstieg der AfD als politisches Kasperspiel durch.
Zurück zu Golfliebhaber Käsch. Von dessen Fairway aus betrachtet ist die Lage in der Republik Diesland im Jahr 2025 revisionsbedürftig.
Käsch braucht ein neues Kartell. Wie praktisch, dass sich eine kommende Kraft anbietet: die Volksverführerin Naziss. An deren populistischer Honigleimspur ...
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Theater heute Dezember 2025
Rubrik: Chronik, Seite 63
von Stephan Reuter
AACHEN, GRENZLANDTHEATER
5. nach Hub, Das letzte Schaf
R. Anja Junski
ANNABERG-BUCHHOLZ, ERZGEBIRGISCHE THEATER
13. Krasznay-Krausz, Die gelbe Lilie (DE)
R. Christian von Götz
AUGSBURG, STAATSTHEATER
13. Baudy, Tatort Augsburg Folge 9: Walsturz (U)
R. David Ortmann
BASEL, THEATER
12. Schamoni und Ensemble, Die Ritter des Mutterkorns
R. Rocko Schamoni
BAUTZEN,...
Einen zitatfreudigeren Theaterkritiker als Andreas Wilink kennt die deutsche Theaterlandschaft nicht. Der langjährige Kritiker (auch dieser Zeitschrift), Mitbegründer und bis 2018 Leiter des NRW-Kulturmagazins kultur.west, lebt und schreibt in den Echoräumen von Literatur, Film und Theater. Das und vieles mehr hat er mit dem namenlosen Ich-Protagonisten seines...
Man könnte Mesut Özil einiges vorhalten. Vielleicht, dass er sich als Fußball-Ausnahmetalent nicht auf sein Ausnahmetalent beschränkt, sondern ikonische politische Statements veröffentlicht hat. Dass er sich 2018 mit dem türkischen Präsidenten Erdogan hat fotografieren lassen, nachdem der gerade sein Land in ein autoritäres Terrorregime verwandelt, Tausende...
