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Die gute alte Moderne hält uns immer noch auf Trab. Aber es sieht gerade nicht gut aus für sie, d.h. für uns. Klimawandel, wachsende soziale Ungleichheit, Kulturkämpfe, zunehmende Migrationsbewegungen, Rechtspopulismus, politische Polarisierungsunternehmer, liberale Demokratien unter Druck, globale Spannungen, neue Kriege in der Ukraine und in Israel – alles Baustellen mit Sprengkraft. Grund genug für den Soziologen Detlef Pollack, wieder einen Schritt zurückzutreten, und den alten Begriff in krisenhafter Gegenwart auf seine elementaren Bestandteile abzuklopfen.
Seine kleine Geschichte der Neuzeit sucht nicht nach eingängigen Lösungen, sondern versteht sich als Beitrag zur Versachlichung von aktuellen Diskursen, die zu erhöhter Pulszahl neigen. Dazu blickt er nicht so sehr nach vorne, sondern zur besseren Orientierung erst einmal zurück: Was sind die zeitlichen, sachlichen und sozialen Marker, die moderne Gegenwart von vormoderner Vergangenheit abheben?
Da wäre a) der offene Zeithorizont. Moderne Zukunft ist nicht einfach die Wiederholung einer Vergangenheit, sondern ein Weg ins Offene. Erfahrungsraum und Erwartungshorizont – die zentrale Unterscheidung des Historikers Reinhard ...
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Theater heute Dezember 2025
Rubrik: Bücher, Seite 53
von Franz Wille
Auslöschung und Vernichtung, Zerfall und Sinnlosigkeit. Wer einen allgemeinen Eindruck von den Klassikern österreichischer Dramatik im späten 20. Jahrhundert gewinnen möchte, muss sich nur der Spielplandramaturgie der Wiener Burg zuwenden. Im Abstand von zwei Oktobertagen hat man hier Premieren von Thomas Bernhards «Auslöschung. Ein Zerfall» und Werner Schwabs...
Kann man das? Will man das? Muss man es vielleicht sogar? Den großen blutigen Elefanten in unseren Köpfen, den Krieg, der nicht aufhört und immer näher heranschleicht, auf die Bühne bringen!? Wie kann das gehen, ohne banal oder blutrünstig zu werden? Scheitern erscheint hier nicht nur als Option, sondern fast vorprogrammiert, aber ein Versuch ist es wert, und sei...
Man könnte Mesut Özil einiges vorhalten. Vielleicht, dass er sich als Fußball-Ausnahmetalent nicht auf sein Ausnahmetalent beschränkt, sondern ikonische politische Statements veröffentlicht hat. Dass er sich 2018 mit dem türkischen Präsidenten Erdogan hat fotografieren lassen, nachdem der gerade sein Land in ein autoritäres Terrorregime verwandelt, Tausende...
