Spielen, kämpfen, verbrennen
Fun dem toyt zolstu ir nit zogn, vayl zi vet nebikh veynen un klogn», heißt es in einem der Volkslieder, die Svetlana Kundish und Mariana Sadovska bei der Eröffnung der fünften und letzten Ausgabe des Festivals Radar Ost gemeinsam auf Ukrainisch und Jiddisch singen – andächtig im Ton und von sehr weit herkommend, in seiner Fremdheit tief berührend. Das alte Lied handelt von einem gefallenen Soldaten, der einen vorbeiziehenden Vogel bittet, seine Mutter von ihm zu grüßen, ihr seinen Tod aber zu verschweigen.
– Natürlich könnte den ukrainischen Theatermacher:innen, die seit der dritten Phase des russischen Angriffs auf die Ukraine im westlichen Exil leben, nichts ferner liegen als das Schweigen über Tod und Leid in ihrer Heimat.
Mit sechs Koproduktionen und Gastspielen aus der Ukraine, Belarus, Georgien und Slowenien waren zwar sehr unterschiedliche Perspektiven aus und auf den Osten Europas nach Berlin eingeladen. Doch der Länderschwerpunkt Ukraine setzte den fünf Festivaltagen einen deutlichen Referenzrahmen: «Wie prophetisch, radikal und unterhaltsam, wie apokalyptisch, differenziert und komisch ist Theater in Kriegszeiten?», fragt Kuratorin Birgit Lengers im Programmheft.
Parall ...
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Theater heute Juni 2023
Rubrik: Festivals, Seite 30
von Anja Quickert
Verhörraum oder Orakel? – An beides denkt man bei der seltsamen achteckigen Zelle, die Theresa Scheitzenhammer für Ayse Güvendirens jüngste Regiearbeit in den Werkraum gestellt hat, mit einem Boden aus Luftschachtgitter und vier Wandteilen, die auch als Projektionsfläche dienen, darüber ein Fries mit rot leuchtender Handschrift, die mal «sagen sie» und mal «sag...
BERLIN, GEORG KOLBE MUSEUM bis 20.8., Tilla Durieux. Eine Jahrhundertzeugin und ihre Rollen
Anhand zahlreicher Kunstwerke von bedeutenden Künstler:innen und Dokumenten aus dem Nachlass Tilla Durieux’ wird ein Panorama des Lebens der Künstlerin sowie der Kulturund Theatergeschichte des 20. Jahr -hunderts erlebbar.
BERLIN, HOCHSCHULE FÜR SCHAUSPIELKUNST ERNST BUSCH...
ich halte es für die pflicht eines rechtschaffenen bürgers, das heil des staates dem beifall der zuhörer vorzuziehen.
Demosthenes
wenn nicht mit rap – dann mit der pumpgun.
K.I.Z.
bürger potsdams, wacht auf! wir gehen einen guten weg.
Martin Kwaschik, 4. November 1989 Luisenplatz / Platz der Nationen
natürlich hab ich keine hoffnung. ich bin ja nicht bescheuert.
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