Some kind of a different world
Am Ende von «Three Kingdoms» zwängt sich Risto Kübar durch einen extrem schmalen Schlitz, durch den außer ihm niemand hindurch zu passen scheint, auf die Bühne. Er kniet sich vor einen Tisch und macht seinem Gegenüber, dem am Ende seiner Reise durch Europa all seiner Gewissheiten beraubten britischen Detective Stone, einen Vorschlag: «I learned Origami since I was three. So I’m trying to do a swan with you. I go first and then you do.
» Er teilt sich und ihm jeweils ein leeres, weißes Papier zu, nimmt das Papier in eine Hand, zerknüllt es, legt es zurück auf den Tisch, als sei es ein großes Kunstwerk. Als sein Gegenüber es genauso macht, sagt er nur: «No, that’s not it.»
Es war dies in den Endproben im estnischen Tallinn. Das Teater NO99, zu dessen Ensemble Risto Kübar seit der Gründung 2004 gehört – trotz aller Ausflüge in die Welt und die Münchner Kammerspiele –, ist in einem ehemaligen russischen Offizierscasino beheimatet, Seite an Seite mit dem estnischen Verteidigungsministerium. Die Truppe unter der künstlerischen Leitung von Ene-Liis Semper und Tiit Ojasoo kannte sich zum größten Teil schon aus dem gemeinsamen Studium an der estnischen Theaterakademie und zählt seither mit ...
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Theater heute Jahrbuch 2013
Rubrik: Spieler des Jahres, Seite 114
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