Der tote Hund
Im Jahr 2003 erschien in Großbritannien Mark Haddons Roman «The Curious Incident of the Dog in the Night-Time» und wurde von der britischen Presse und Leserschaft umjubelt. 2005 erschien es dann in Deutschland unter einem Titel, der leider die neugierig machende Verschrobenheit des Originals ein wenig bieder auflöst: «Supergute Tage oder Die sonderbare Welt des Christopher Boone».
Wer sich in den folgenden Jahren nach den Theaterrechten für den Stoff erkundigte, erhielt von Random House eine routinierte Antwort: Die Filmrechte seien verkauft, nach Hollywood, an einen Herrn Brad Pitt, und die Bühnenrechte also vom Markt. Nein, man wisse nicht, für wann der Film geplant sei.
Dass Studios Stoffrechte bunkern und oft erst Jahre später (oder nie) für einen Film nutzen, ist leider gängige Praxis. Und hat Hollywood erst einmal ein Auge auf ein Buch, wird es schwierig (um es mal vorsichtig auszudrücken) für die Theater. Aber manchmal gibt es Ausnahmen. Auch Mark Haddon begann irgendwann, sich für die Bühne zu interessieren. In einem Doppel-Porträt im «Guardian» (2012) hieß es dazu, dass es der Autor selber war, der Simon Stephens bat, seinen Stoff für die Bühne zu adaptieren, «und zwar ...
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Theater heute Jahrbuch 2013
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 184
von Robert Koall
Einer kann nicht schlafen. Ein anderer hört die Stimme Gottes. Wieder ein anderer ruft die Polizei. Einer kann sich nicht erinnern. Ein anderer fragt, wie viel Zeit ihm noch bleibt. Wieder ein anderer kennt keine Angst …
Nahezu endlos ließe sich diese Aufzählung von kleinen Handlungssequenzen fortführen. Denn das neue Stück der britischen Autorin Caryl Churchill,...
Er hat einfach zu viel erlebt in seiner Laufbahn. Das Problem mit ihm ist, dass er bereits siebzig Jahre existiert und den Erfahrungshorizont eines Siebzigjährigen hat, aber im Körper eines Neunzehnjährigen gefangen ist. Er ist inzwischen keine Projektionsfläche mehr, sondern ein vielschichtiger Charakter. Das können wir nicht brauchen.»
New York City im Jahr 1941....
Ende März in Berlins wuchtigem Theatertrotzbau am Rosa-Luxemburg-Platz. Auf der Drehbühne kreiselt eine verwinkelte, mit Liebe gezimmerte Bretterbude, über der ein riesiger Videoscreen thront, der Stolz des Hauses. Was in den Zimmern vor sich geht, überträgt großzügig gepixelt und leicht grünstichig eine wackelige Handkamera, die noch das staksigste...
