So richtig gemütlich
Ob es eine gute Idee ist, Romane zu verfilmen, darüber muss sich im Grundsatz niemand mehr den Kopf zerbrechen. Die Kinobranche bedient sich munter in der Weltbibliothek. Das Theater auch. Mal glückt es, mal missglückt es. Ob es jedoch originell und vor allem klug ist, ein Filmskript auf der Bühne auszubreiten, ist eine interessantere Frage. Schließlich muss man auf die Kunst der Kameraleute verzichten, auf Schnitt und Gegenschitt, auf die meisten Spezialeffekte, auf die Tricks der Post-Production. Dramaturgie im Theater ist Handarbeit.
Also inszeniert man entweder alles radikal anders – oder folgt dem Drehbuch, weil es so genial ist. Letzteres kommt ziemlich selten vor.
Kay Pollak hat kein geniales Drehbuch verfasst. Eher ein mittelmäßiges. Trotzdem brach «Wie im Himmel» unter seiner Regie an den schwedischen Kinokassen alle Rekorde. Überdies wurde die rührselige Musik-Tragikomödie 2005 für den Auslands-Oscar nominiert – ein untrügliches Signal, dass Pollaks Konsensfilm zum «Wohlfühl-Hit» taugt. Mit diesem Gütesiegel wirbt das DVD-Cover. Leider zu Recht. Und das Theater Konstanz macht es sich in der Uraufführung der Bühnenversion ebenfalls so richtig gemütlich.
Szene eins: Vorgabe ...
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