Singen oder hassen

Dominik Busch «Der Chor» (U) im Luzerner Theater

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Es war der Herbst der Attentäter. Ihre Schockwellen drangen in die idyllischsten Weltwinkel. Erst der Flugzeugterror vom 11. September. Wenige Tage darauf stürmt ein Amokschütze ins Parlament im innerschweizerischen Kanton Zug, er trifft 14 Lokal-Politikerinnen und -Politiker tödlich. Dies an einem Ort, an dem sogar die Steuerpolizei keinen anderen Gemütszustand kennt als den der Sanftmut.

Kurz darauf, im Oktober 2001, richtet ein junger Mann in einem Wohnviertel in Luzern ein Blutbad an. Seine Ex-Freundin überlebt, ihre Mitbewohnerin erschießt er blindlings.

Und in einem Hotel im stillen Appenzellerland erfährt eine Mutter auf einer Probenwoche ihres Chors vom Tod ihrer Tochter.

Rund 20 Jahre später hat der Luzerner Autor und Dramaturg Dominik Busch die Ereignisse aufgearbeitet. Busch war damals Kontrabassist im Chor, hat den Kollektivschock miterlebt – und auch, das weiß das Programmheft des Luzerner Theaters, wie dieser Schock «eine Gruppe zersprengt und lähmen kann».

Buschs Stück heißt «Der Chor». Es recherchiert nicht im Polizeiarchiv. Sondern im Gedächtnis der Beteiligten. Im Fokus der Geschichte steht der gewaltsame Riss mitten durch eine friedliche Gemeinschaft und wie ...

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Theater heute April 2022
Rubrik: Chronik, Seite 59
von Stephan Reuter

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