Siebzehn und zwei plus drei
Die Förderungsmöglichkeiten für Theaterautoren vervielfältigen sich. Immer mehr Theater schmücken sich mit Autorentheatertagen. Weitere Hochschulen bieten Studiengänge für Szenisches Schreiben an. Die institutionslosen Einzelgänger, ohne die das Theater doch nicht auskommen kann, sollen auch etwas vom öffentlichen Subventionsgeld erhalten. Das Ergebnis ist: mehr Uraufführungen und weniger Vorstellungen pro Uraufführungsinszenierung. Marktanalytisch formuliert: Ein Boom auf der Angebotsseite führt zur Diversifizierung der Produkte, nicht jedoch zur Steigerung der Nachfrage.
Am Düsseldorfer Schauspielhaus wird seit Beginn der Intendanz von Amélie Niermeyer eine neue Variante praktiziert: Im Autorenlabor kommen jedes Jahr sechs Autorinnen und Autoren zusammen und entwickeln unter Anleitung von Thomas Jonigk und im Kontakt mit dem Theaterbetrieb des Schauspielhauses ihre Stücke. Am Ende gibt es als Jury-Preis eine Uraufführung und außerdem einen Publikumspreis.
Zunächst wurde Juliane Kanns Jugendstück «Siebzehn», das im letzten Jahr den Publikumspreis erhalten hatte, im «Jungen Schauspielhaus» uraufgeführt, dann folgte das von der Jury prämierte Stück, Nora Mansmanns «zwei brüder ...
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Zu Tisch! Nach Michael Thalheimer und Tilmann Köhler (s. TH 05/08 und 07/08) stellt auch Thomas Ostermeier seinen «Hamlet» vor. Der dänische Prinz mit dem Entscheidungsproblem – Gerechtigkeit für den Vater oder Nachsicht für die ehebrecherische Mutter – wird in den engsten Familienkreis verwiesen. Sechs Schauspieler teilen sich die Rollen und verhandeln das Stück...
Sommer! In diesem Sommer auch in Hamburg», versprach das Internationale Sommerfestival auf Kampnagel seinen Besuchern. Womit man in jahreszeitlicher Hinsicht natürlich wenig falsch machen konnte. Doch nachdem die Sonne das Raumkunst gewordene Fabrikgelände – dekorativ hippes Neonpink über rostender Industrierequisite, das verbleibende Umgebungsgrün mit...
Die Hörspiel-Version von Kehlmanns Romanerfolg war nur eine Frage der Zeit. Vor allem aber war sie eine Frage des Wie. Denn die Verzahnung des nach Amerika reisenden Weltforschers Humboldt mit dem Leben des Provinzprofessors Gauß bewirkt ihr erzählerisches Tempo durch ein raffiniertes Stilmittel. Der Autor balanciert zwischen indirekter Rede und Figurensprache, die...
