True love comes out of work
Sommer! In diesem Sommer auch in Hamburg», versprach das Internationale Sommerfestival auf Kampnagel seinen Besuchern. Womit man in jahreszeitlicher Hinsicht natürlich wenig falsch machen konnte. Doch nachdem die Sonne das Raumkunst gewordene Fabrikgelände – dekorativ hippes Neonpink über rostender Industrierequisite, das verbleibende Umgebungsgrün mit Kunstschnee bedeckt, der Boden eine Sägespansahara – zum Auftakt kurz beschienen hatte, machte das Wetter dem thematischen Festival-Schwerpunkt «Klimawandel» alle Ehre.
Ein echter Hamburger Dauerregen verwandelte die künstlerisch sinnträchtigen Elemente in eine experimentelle Mikrokatastrophenlandschaft, vor allem für Sandalenträger.
Shakespeare am Telefon
Rekordverdächtige 18.800 Besucher ließen sich davon nicht beeindrucken, tummelten sich naturgemäß aber eher in den zumeist ausverkauften 35 Theater- und Tanzevents als im temporären Paddelboothafen am ans Gelände grenzenden Osterbekkanal. Neben den allseits bekannten Festival-Jetsets Needcompany, Meg Stuart oder Rosas (de Keersmakers) kuratierte Matthias von Hartz für sein erstes Sommerfestival auch nicht ganz frische Neuerscheinungen wie den belgischen Bildenden Künstler ...
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