Shakespeare ohne Zyklus
Obwohl Vorgänger Klaus Bachler am Ende seiner Amtszeit einen ehrgeizigen Shakespeare-Zyklus (zehn Inszenierungen) angesetzt hatte, hievte Matthias Hartmann noch mal drei Shakespeares in seinen ersten Spielplan als Burgtheaterdirektor: das Römerdrama «Antonius und Cleopatra», das Königsdrama «Richard II.» (in der zehn Jahre alten BE-Inszenierung von Altburgtheaterdirektor Claus Peymann) und «Othello».
Für «Antonius und Cleopatra», inszeniert vom neuen Hausregisseur Stefan Pucher, verwandelt Bühnenbildnerin Barbara Ehnes die Burgtheaterbühne in ein altes Filmstudio.
Ein bombastisches, glitzerndes, kitschiges Versatzstück nach dem anderen wird aufgefahren: eine große Badewanne, ein von Elefanten flankierter Thron, eine Galeere und so weiter.
Das Setting deutet darauf hin, dass der Regisseur das historische Liebesdrama ins Showbusiness-Milieu transponieren und auf einer Meta-Ebene erzählen möchte. Auch die Besetzung spricht dafür. Mit Wolfram Koch (Marc Anton) und Alexander Scheer (Octavian) hat Pucher für die Hauptrollen jene Schauspieler als Gäste engagiert, die schon in seinem berühmten Hamburger «Othello» die Protagonisten waren. Damals war Scheer als Othello ein schwarzer ...
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