Verkehrsfragen
Ganz auf der Höhe der Zeit ist es nicht. Ein Körperscanner wurde nicht installiert auf der Bühne des Düsseldorfer Schauspielhauses, die Justyna Lagowska einer Abfertigungshalle mit Raucherkabine, Gepäckband und Sitzbänken nachgebaut hat. Last Exit: Gefahrenzone. Leben im Wartestand. Denn die Paare und Passagiere heben ihre Häupter gen Himmel, von dem nichts Gutes kommt, flehen in beträchtlicher Lautstärke – Spezialität dieser deutschsprachigen Erstaufführung – um Schonung und fragen ins Leere: «Warum bombardiert ihr uns? Wir sind die Guten.
» Das «Wir» lässt sich fix klären:
unsere rechtschaffene westliche Zivilisation mit ihren Errungenschaften wie Hedge Fonds, Frühstücksfernsehen, Gartencenter und Autos der Marke Turan oder Cayenne. Wer aber sind die ominösen «ihr»? Das belassen Mark Ravenhills episch formatierte Prä-Katastrophen-Episoden im Ungefähren. Irgendein islamischer Schurkenstaat oder Selbstmordattentäter-Zirkel wird es wohl sein, vor deren drohender Gewalt das Dutzend repräsentativer Kulturträger den Kopf einzieht.
Der Terror des anonymen Krieges und der Terror des Gefühls verbinden sich in «Shoot/Get treasure/Repeat» aufs Allgemeinste. Ravenhills sozialer und ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Aachen, Grenzlandtheater
Kasse: 00 41/1/261 21 79
7. Schiller, Maria Stuart
R. Frank Voß
Aachen, Theater
Kasse: 0241/47 84 244
11. Schober, VaterMutterKindM/F (U)
R. Marc Lippuner
19. Kelly, Taking Care of Baby
R. Christian Hockenbrink
20. nach Fallada, Kleiner Mann, was nun?
R. Thomas Oliver Niehaus
Aalen, Theater der Stadt
Kasse: 07361/522 600
6. Beckett, Das...
Um es gleich mal vorweg zu sagen: Hier geht es nicht um Unterschichts-Tristesse und Statusverlustängste von ehemals Besserverdienenden. Oder zumindest nicht so, wie man es in letzter Zeit gewohnt ist – gepaart mit trüben Aussichten und chronischer Weltuntergangsparanoia. In Sebastian Nüblings Münchner Kammerspiel-Inszenierung von «Endstation Sehnsucht» ist man...
Sechs auf einem Sofa. Und Sex hinter dem Sofa. Damit wären die Betriebsstrukturen in der «Cocka Hola Company» schon umrissen. Vorn, auf der Bühne, kuschelt das Kollektiv, rechts gluckst die Kaffeemaschine, links hüpft das Kind des Hauses auf den Kissen. Hinten, aus dem Off, stöhnt das Kollektiv, dort wird der nächste Pornofilm durchgehechelt. Von irgendetwas müssen...
