Sensibel explizit
Mit der Liebe war es ja noch nie leicht. Und wohl genau deswegen sind über alle Jahrhunderte hinweg zahllose sprachlich komplexe, teils hoch verdichtete Werke entstanden, die das Literaturthema Nummer eins in Worte fassen und um eine Sprache ringen für komplizierte Gefühls -lagen. Vieles, was über die Liebe und deren handfestere Schwester, die Sexualität, gesagt und geschrieben wurde, hat überzeitlich Bestand.
Eifersucht, Wollust, Begehren und noch viel mehr bleiben komplizierte und sprachlich interessant zu verarbeitende Phänomene, denen sich jede Generation aufs Neue stellen muss. Ganz in diesem Sinne setzt die junge deutsch-amerikanische Autorin mit koreanischen Wurzeln, Patty Kim Hamilton, einen zeitgenössischen Akzent mit ihrem «Sex Play». Aber wer jetzt angesichts des Stücktitels pornografische Ergüsse vermutet, liegt falsch. Es wird explizit, aber genauso wird es ausgesprochen differenziert.
«Über Sex zu reden ist nicht mehr revolutionär. Oder?», fragt jemand im Stück. Eben doch! Und das «Sex Play» tritt den Beweis dafür an. Aber vor oder nach dem Reden kommt das Tun, denn Sex ist Kommunikation ohne Worte und muss wie jede Sprache erlernt werden, indem man sie praktisch ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Jahrbuch 2022
Rubrik: Neue Stücke, Seite 150
von Karla Mäder
Eigentlich wollten wir uns im Theater treffen, ein letztes Mal, aber dann sind die Kinder krank geworden, und er lädt zu sich nach Hause ein. Florian Fiedler wohnt mit seiner Familie direkt neben dem Bochumer Intendanten Johan Simon, 30 Kilometer vom Theater Oberhausen entfernt, in einem schönen alten Stadthaus mit zwei Etagen, die Küche mit knorzig-riesigem...
Falk Schreiber Lina Beckmann, ich möchte zunächst über Karin Henkels Shakespeare-Überschreibung «Richard the Kid & the King» am Hamburger Schauspielhaus reden, in der Sie die Hauptrolle spielen. Was ist dieser Richard eigentlich für eine Figur? Warum ist der so, wie er ist?
Lina Beckmann Eine Frage, die wir uns gestellt haben, ist: Wird jemand so, wie er ist, weil...
Fangen wir mit den schwierigen Nachrichten an: 15 Kritiker:innen ist dieses Jahr kein Haus eingefallen, das sie guten Gewissens zum «Theater des Jahres» küren möchten. Ist die Branche erschlagen von pandemiebedingt angestauter Premierenfülle, vielen Ausfällen und Unsicherheiten? Oder ist nach halbwegs überstandenem Corona-Desaster eigentlich jede Bühne ein Sieger?...
