Schuld und Bühne
Die Sanierung eines in die Jahre gekommenen Theaterbaus birgt ja immer ein logistisches Problem. Während im eigenen Haus die Handwerker und Bauarbeiter die Regie übernehmen, muss sich das Ensemble auf Wanderschaft begeben. Als Interimslösungen bieten sich dann meist alte Fabrikhallen an, in denen sich die Schauspieler und Regisseure, die Techniker und nicht zuletzt die Zuschauer für mindestens eine Spielzeit mehr recht als schlecht einrichten.
Man kann es sich aber auch mit voller Absicht noch schwerer, noch unbequemer und irgendwie noch verhasster machen, als es ohnehin schon zu werden droht. Das Staatsschauspiel Nürnberg hat sich für eineinhalb Jahre (so lange dauert die Renovierung des Stammgebäudes am Richard-Wagner-Platz) einem Spielort untergeordnet, der von sich aus schon so belastet ist, wie es ein zum Beispiel asbestverseuchter Bau aus den 60er Jahren nie sein kann. In Nürnberg nämlich spielt man in der nächsten Zeit in einem Seitenflügel des Kongresshallen-Torsos auf dem ehemaligen NSDAP-Reichsparteitagsgelände Theater.
Der Schattenort
Nun ist Nürnberg schon immer ziemlich hyper-betroffen und dabei oft genug tolpatschig mit seiner «braunen» Vergangenheit umgegangen; ...
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