Schuld in Schuld

Friedrich Hebbel «Die Nibelungen» am Deutschen Nationaltheater Weimar

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«Hier hat sich Schuld in Schuld verbissen.» Hunnenkönig Etzel (Nahuel Häfliger) ist in seinem schicken Anzug gegen Ende schon beinahe nachsichtig mit seinen barbarischen Neu-Familienmitgliedern, die doch gerade erst seinen Sohn erdolcht haben. Dass Häfliger zugleich den Siegfried in diesen «Nibelungen» spielt, gibt dem Ganzen nur noch mehr Größe.

Denn diese liegt hier nicht auf Seiten der deutschen Nibelungen, die sich als streitbare, unzivilisierte Raufbrüder mit pompösen Schwertern, Wellblechschildern und einer stumpfen, wenn auch von Marcus Horn vorzüglich gespielten Pauke zweieinhalb Stunden durch die größte deutsche Sage schlagen. Wobei sie die meiste Zeit in Leder-Gothic-Kostümen von Thilo Reuther und Andrea Wöllner um ein unsichtbares Lagerfeuer herumlungern und sich gegenseitig mit ihrer toxischen Männlichkeit vollspritzen.

Auch die Frauen mit ihren eifersüchtelnden Ehrbegriffen sind nicht weniger fragwürdig oder gar unschuldig. Nadja Robiné als Kriemhild und Johanna Geißler als Brunhild stellen sich aber mit Verve gegen das Bild der unmündigen dienenden Frau; besonders Geißler nutzt gekonnt ihre wenigen Szenen, um aus Brun -hilde mehr als eine männermordende Matrone ...

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Theater heute 4 2023
Rubrik: Chronik, Seite 61
von Torben Ibs

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