Scharf, groß, laut
Begeisterung ist ihm nicht gerade fremd. Ende Feburar in Zürich, zwei Wochen vor der «Hamlet»-Premiere, schwärmt Joachim Meyerhoff von der Künstlerwohnung im schicken Schiffbau. «Echt toll, dieser moderne Beton verschafft mir eine Erholung vom barocken Wien.» In Berlin, während des Theatertreffens im Mai, richtet sich die Begeisterung auf die Begeisterung des Publikums, das «Viel Lärm um nichts» laut mochte.
Meyerhoff selbst ist allerdings «nah an der Erschöpfung»: Hamlet in Zürich, gleichzeitig «Viel Lärm» in Wien und Berlin und zwischendurch Mephisto im Hamburger «Faust» (alles Regien von Jan Bosse) – eigentlich steckt er ja in den Proben zu «Sturm» mit Barbara Frey im Burgtheater, zu dessen Ensemble er seit zwei Spielzeiten gehört. Zum Glück muss ein Schauspieler nicht «Hello Hamburg» oder «Servus Wien» rufen – da könnte einiges durcheinander geraten bei Meyerhoff. Man würde es ihm verzeihen. Denn die Begeisterung wäre so oder so: echt.
Am Morgen nach der dritten «Sturm»-Vorstellung, es ist Mitte Juni, leuchtet er von Neuem. «Ist das nicht unglaublich?» Wir sitzen weder auf Beton noch in barockem Plüsch, sondern in einem leeren, leicht verwesten Wiener Kaffeehaus. «Dass es ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Frotzi ist HermaphroditIn. Ihr wiederkehrendes Problem: Sie wacht morgens auf, und ihr Geschlecht ist weg. Zum Glück trifft sie auf ihrer Suche nach einer symbiotischen Beziehung auf Nobbi, einen freundlichen älteren Werwolf («kein problem ich steh dazu»). Man kommt sich näher («wir haben sex und seine äußere Körperform ändert sich ständig»), sehr zum Entsetzen von...
Neue deutsche Kunst boomt in Amerika. Jedenfalls die Malerei der Leipziger Schule von Neo Rauch bis Matthias Weischer und die Düsseldorfer Fotografen um Struffsky und Co. Und nach seinem Oscargewinn versucht mit Florian Henckel von Donnersmarck mal wieder ein deutscher Autorenfilmer, Hollywood zu erobern, ohne sich dabei selbst zu verlieren. Dabei gleicht der Hype...
Luk Perceval Katrin Brack und ich, wir arbeiten schon seit 1990 zusammen, 17 Jahre sind das jetzt. Wir waren damals beide an einem Punkt, wo wir das Theater mehr oder weniger satt hatten. Ich wollte weg von jeder Form von Behauptung und suchte nach einer größeren Wahrhaftigkeit; bei Katrin war es ähnlich, sie wollte keine Bühnenbilder mehr, die nur dazu da waren,...
