Prater in der Prärie
Neue deutsche Kunst boomt in Amerika. Jedenfalls die Malerei der Leipziger Schule von Neo Rauch bis Matthias Weischer und die Düsseldorfer Fotografen um Struffsky und Co. Und nach seinem Oscargewinn versucht mit Florian Henckel von Donnersmarck mal wieder ein deutscher Autorenfilmer, Hollywood zu erobern, ohne sich dabei selbst zu verlieren.
Dabei gleicht der Hype auf dem Kunstmarkt einer gewaltigen Spekulationsblase kurz vor dem Crash, und ob die amerikanische Filmindustrie sich wirklich für das Leben der Anderen und nicht nur das eigene Geschäft interessiert, sei dahin gestellt – Amerika bleibt ein Sehnsuchtsort deutscher Künstler.
Auch in Roland Schimmel-pfennigs «Start Up» geht es um deutsche Kultur-schaffende in Amerika, um Kunst und Kommerz, deutsches Geschichtsbewusstsein und amerikanische Realpolitik, verbotene Sexualpraktiken und rauchende Colts.
Rob, Micha und Kati, drei Freunde aus Berlin, durchqueren in ihrem Bus den mittleren Westen und fühlen sich dabei wie die ersten Siedler auf dem Treck. Am Stadtrand einer US-amerikanischen Kleinstadt wollen sie einen Laden mieten. Ein Theater soll hier entstehen, Kulturimport aus dem alten Europa, geistige Nahrung statt Fast ...
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Theater heute Jahrbuch 2007
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 171
von Ingoh Brux
Was für eine Tragödin! Am Leib von Nina Hoss als Medea wird das Schwarz wieder zu dem, was es einmal war: die Farbe des Todes, die Farbe der archaischen Landbevölkerung, die Farbe des großen Nein zur bunten Mittelstandswelt des in seiner Berliner Variante sehr gegenwärtig ausschauenden Korinth. Ausgerechnet die Barbarin aus dem halbwilden Kolchis ist unter den...
Dimiter Gotscheffs «Perser»-Inszenierung hat es niemand leicht gemacht: Fast wäre sie im Deutschen Theater gar nicht herausgekommen, und auch bei der Auswahl des Theatertreffens mochte sich die Jury nicht zu einer Nominierung durchringen. Unsere Kritikerumfrage hält dagegen und wählt das Drama des Untergangs einer Großmacht zur Inszenierung des Jahres!
Christine...
Ich träumte, dass mir ein Mann mit einer Brille erschien und zu mir sagte: ‹Nicht im Möglichen schweben, sondern das Wirkliche tapfer ergreifen! In der Tat liegt die Freiheit.›» Aus dieser geträumten Forderung entfaltet Justine del Corte in ihrem «Alptraum vom Glück» ein Panoptikum von Geschichten und Geschichtensplittern, die sich ineinander verweben und sich ab...
