Rückzug aus dem Gewusel
Was macht einen Künstler heute zum Künstler? Was ist seine alternative, dissidente oder sonst anders gedachte Position?»
Mir scheint: der Rückzug – wie zu allen Zeiten!
Aus dem Gewusel der alles fordernden und überfordernden Alltäglichkeit unserer Städte zurück in die Stille, Unaufgeregtheit oder Leere einer Probebühne, eines Sets, eines Ateliers. Da hat man – zumindest – die Möglichkeit den köstlichen oder grässlichen Mahlstrom des Lebens in seine Einzelheiten zu zerlegen, zu zerfetzen, zu zersplittern – neu zu binden, zu schmieren oder fanatisch neu zu setzen.
Die Abgeschiedenheit ist die Chance, das Viele zu ordnen – zu gestalten. Das scheint die eine Differenz zwischen Instagram und Aufführung, zwischen Facebook und Buch, zwischen Twitter und Bild.
Obwohl – das Bild an sich bleibt ein eigenes Phänomen.
Trudeln wir in unseren Aufführungen oder Liedern durch eine Zeit, die vergeht, bis wir den ganzen Spatenstich erleben und begreifen dürfen, ist das Bild einfach fortwährend da. Es ergießt sich sofort ganz vor uns in seiner Eigenheit und braucht weniger als zwei Sekunden um zu zeigen, was es ist. Bis wir dies jedoch wirklich begreifen können, wird sehr viel Zeit vergangen ...
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Ander gräbt. Seine Hände sind verbunden, sie eitern unter den Verbänden. Trotzdem arbeitet er weiter an diesem Tunnel unter seiner Hütte, im sandigen Grund. Auch wenn jetzt niemand mehr kommt, will er vorbereitet sein. Denn irgendwann werden sie doch wieder kommen, und dann wird dieser Tunnel seine Goldgrube sein.
Ander ist eine der Figuren, die im «Territorium»...
In einem Aufzug, ca. 30 Messegäste. Man hört in regelmäßigen Abständen einen Papagei «loop, loop» krächzen.
Philipp Preuss Wir begrüßen alle Zuschauer und wollen gleich in medias res gehen. Zu meiner Linken begrüße ich Laura Bartleby und – nach längeren Ausreiseproblemen – Anatol Attivic aus Moskau, zu meiner Rechten Brian Cameo, der gerade aus L.A. eingetroffen...
vorwort zu den podesten
1. eigentlich traue ich mich nicht, über jemanden zu schreiben, der noch lebt, und schon gar nicht über jemanden, den ich persönlich kenne. 2. es ist so einfach, einen mann auf ein podest zu stellen, schließlich erinnert er uns ja immer an etwas oder jemanden – an all die vielen anderen männer auf podesten davor. und wenn mir etwas bekannt...
