Rücken an Rücken

Ein Buch wie ein atmender Organismus: Enis Macis und Pascal Richmanns politischer Liebesroman «Pando»

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Vertrauen und Ausdauer braucht es, um in dieses Buch hineinzufinden. Denn es beginnt, gelinde gesagt, im Chaos. Da sind ein «ich» und ein «du», Erinnerungen an random rangezoomte Orte wie Johanngeorgenstadt im Erzgebirge oder Gjirokastër (Städtchen in Süd-Albanien, nicht der letzte Name, den ich gegoogelt habe), die wiederum Kindheiten im Ruhrgebiet wachrufen. Schon auf den ersten Seiten wimmelt es von Namen, Jahreszahlen, Zitaten, von allgemein Wissenswertem neben Hypersub -jektivem.

Viele Sätze beschreiben Konkretes, doch das Konkrete bezieht sich nicht unbedingt logisch aufeinander. Nichts wird erklärt, auch nicht, ob «ich» und «du» Enis Maci und Pascal Richmann sind, die dieses Buch zusammen geschrieben haben – und darüber hinaus ein Paar sind.

Doch nach und nach werden ein paar Strohhalme ausgeworfen, an die sich die Leserin klammern kann. Da ist zum Beispiel Pando, der dem Roman seinen Titel gibt: ein Wald in Utah, der zugleich «das schwerste und größte und älteste Lebewesen der Welt» ist, denn seine 47.000 Espenstämme sind Teile eines einzigen, durch ein 43 Hektar großes Rhizom verbundenen Organismus. «Sie sind identisch, auch wenn sie andere sind. Und wenn einer fällt, ...

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Theater heute Dezember 2024
Rubrik: Bücher, Seite 36
von Eva Behrendt

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