Branden Jacobs-Jenkins; Foto: John D. & Catherine T. MacArthur Foundation

Rousseaus Alptraum

Branden Jacobs-Jenkins: «Gloria»

Sie sind jung. Sie sind erfolgreich und sie haben es geschafft: Kendra, Dean, Ani und Miles arbeiten in den hypermodernen «Midtown Offices» eines bekannten New Yorker Magazins. Dieser Job könnte ihr Sprungbrett für die große Karriere sein. Auch wenn Miles nur Praktikant, Ani eigentlich eine diplomierte Neurowissenschaftlerin und wie die Bloggerin Kendra auf der Suche nach beruflichen Möglichkeiten eher zufällig in der Kulturredaktion des Magazins gelandet ist. Auch Dean, der «älteste noch lebende Assistent» der Redaktion, fühlt sich eigentlich als Romanautor.

Denn in Zeiten des Internets muss man immer auf dem Sprung sein und darf sich nicht zu lange an einer Position festbeißen, sonst bleibt man auf der Strecke.

Deshalb beschäftigt sich jeder von ihnen nur mit sich und seinem eigenen Fortkommen. Und so kann es dann auch passieren, dass man die Einladung zu Glorias aufwändig geplanter Einweihungsparty zur erstandenen Eigentumswohnung verpasst oder überhaupt nicht ernst genommen hat. Gloria, die seit fünfzehn Jahren schon in der Herstellung des Magazins herumhängt, keine Chance auf Veränderung und keine Freunde in und außerhalb des Jobs hat. Keiner von ihnen hätte ahnen können, ...

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Theater heute Jahrbuch 2017
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 165
von Andrea Koschwitz