Respekt und Vertrauen
Die Welt ist so absurd. 1,1 Millionen Euro jeden Tag in eine zukunftslose Vision zu stecken, die BER heißt, ist ein gigantischer Schildbürgerstreich, der jede Vorstellungskraft übersteigt. Mittlerweile werden darüber nur noch die Schultern gezuckt, und man will nicht weiter daran erinnert werden. Vor diesem Hintergrund ist es merkwürdig, rechtfertigen zu müssen, warum es wichtig sein soll, feste Ensembles zu erhalten und nicht abzubauen.
Da man nun ja weiß, wie viel Geld da ist und dass es offenbar grenzenlos zur Verfügung steht, müsste man mit Freude mehr Möglichkeiten schaffen wollen, wo es Schauspielern erlaubt ist, sozialversichert, krankenversichert und festangestellt zu arbeiten.
Wenn man verliebt ist, macht man Vieles mit, was man unverliebt nicht ertragen oder aushalten würde. Ähnlich sehe ich das mit dem Schauspielberuf. Am Anfang ist man noch zu allen Schandtaten bereit, aber irgendwann kommt der Moment, wo einen der Rausch nicht mehr über alles hinweg trägt. Man braucht wieder etwas neben dem dunklen Probenraum oder dem hellen Scheinwerferlicht. Man will nicht mehr als schwächstes Glied in der Kette mit seiner ganzen Person vor ein Publikum treten und, nachdem der ...
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Theater heute Jahrbuch 2015
Rubrik: Der Ensemble-Konsens, Seite 74
von Judith Hofmann
Theater heute Lieber Wolfram Lotz, Paragraph 12 ihres Manifests im Jahrbuch 2014 lautete: «Im Theater ist das Gelingen des Lebens der Arbeitenden von Bedeutung, aber nicht nur dort.» Was sind die Bedingungen für das gelingende Leben eines Theaterautors?
Wolfram Lotz Ich befürchte, es gibt kein gelingendes Leben als Theaterautor, man kann als Theaterautor...
Volk vorbei» ihre Entscheidungen. Vielleicht erinnern sich einige ja auch an die ab Anfang Oktober 1989 allabendlich verlesene und unter den damaligen Umständen wirklich spektakulär mutige Forderung aus der Resolution des Dresdner Staatsschauspiels, «dass Lüge und Schönfärberei aus unseren Medien verschwinden» müssen, wenn sie Anfang 2015 bei Pegida «Lügenpresse»...
Schlicht nine/eleven heißt es in englischsprachigen Texten, wenn jenes Ereignis benannt wird, das sich als Bild der einstürzenden Türme in unser Bewusstsein gesetzt hat. Die Folgen dieses Tages sind kaum absehbar, und sie sind von Dauer. Auch wenn die Kriegsschauplätze und die Konfliktlinien wie in Afghanistan, Irak und nun auch in Syrien wechseln, der...
