Respekt und Vertrauen
Die Welt ist so absurd. 1,1 Millionen Euro jeden Tag in eine zukunftslose Vision zu stecken, die BER heißt, ist ein gigantischer Schildbürgerstreich, der jede Vorstellungskraft übersteigt. Mittlerweile werden darüber nur noch die Schultern gezuckt, und man will nicht weiter daran erinnert werden. Vor diesem Hintergrund ist es merkwürdig, rechtfertigen zu müssen, warum es wichtig sein soll, feste Ensembles zu erhalten und nicht abzubauen.
Da man nun ja weiß, wie viel Geld da ist und dass es offenbar grenzenlos zur Verfügung steht, müsste man mit Freude mehr Möglichkeiten schaffen wollen, wo es Schauspielern erlaubt ist, sozialversichert, krankenversichert und festangestellt zu arbeiten.
Wenn man verliebt ist, macht man Vieles mit, was man unverliebt nicht ertragen oder aushalten würde. Ähnlich sehe ich das mit dem Schauspielberuf. Am Anfang ist man noch zu allen Schandtaten bereit, aber irgendwann kommt der Moment, wo einen der Rausch nicht mehr über alles hinweg trägt. Man braucht wieder etwas neben dem dunklen Probenraum oder dem hellen Scheinwerferlicht. Man will nicht mehr als schwächstes Glied in der Kette mit seiner ganzen Person vor ein Publikum treten und, nachdem der ...
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Theater heute Jahrbuch 2015
Rubrik: Der Ensemble-Konsens, Seite 74
von Judith Hofmann
TH Sie alle hier am Tisch übernehmen in den nächsten zwei Jahren neue Theater, drei Schauspieltheater, die vor größeren Einschnitten stehen, als es übliche Intendantenwechsel sind. Aus ganz unterschiedlichen Gründen: Das Düsseldorfer Theater ist nach dem vorzeitigen Ende der Leitung von Staffan Valdemar Holm und zwei Interimsleitungen ziemlich am Boden; der Wechsel...
1. Kurz vor Probenbeginn zur «unverheirateten» von Palmetshofer Ewald, Café Europa, 16 Uhr, Wien
Reinsperger Hallo. Ich bin die Steffi. Schön dich mal kennenzulernen.
Borgmann Ja, schön. Hallo. Robert. Find ich auch. Gut hier irgendwie.
Reinsperger Ja, ich bin öfter hier. Ich kenn’ hier den Barkeeper.
Borgmann Aha. Das kann nie schaden. Ich bestell mal was.
Stefanie...
«It’s not because I’m old
It’s not the life I led
I always liked it slow
That’s what my momma said»
Leonard Cohen
In Bremen höre ich das Nordwestradio, es ist neu aufgestellt, es war mal der Kultursender hier bei Radio Bremen. Jetzt soll er immer seichter und kommerzieller geworden sein, so sagt man hier in Bremen, ich finde das nicht, aber sie spielen immer noch...
