Respekt und Vertrauen
Die Welt ist so absurd. 1,1 Millionen Euro jeden Tag in eine zukunftslose Vision zu stecken, die BER heißt, ist ein gigantischer Schildbürgerstreich, der jede Vorstellungskraft übersteigt. Mittlerweile werden darüber nur noch die Schultern gezuckt, und man will nicht weiter daran erinnert werden. Vor diesem Hintergrund ist es merkwürdig, rechtfertigen zu müssen, warum es wichtig sein soll, feste Ensembles zu erhalten und nicht abzubauen.
Da man nun ja weiß, wie viel Geld da ist und dass es offenbar grenzenlos zur Verfügung steht, müsste man mit Freude mehr Möglichkeiten schaffen wollen, wo es Schauspielern erlaubt ist, sozialversichert, krankenversichert und festangestellt zu arbeiten.
Wenn man verliebt ist, macht man Vieles mit, was man unverliebt nicht ertragen oder aushalten würde. Ähnlich sehe ich das mit dem Schauspielberuf. Am Anfang ist man noch zu allen Schandtaten bereit, aber irgendwann kommt der Moment, wo einen der Rausch nicht mehr über alles hinweg trägt. Man braucht wieder etwas neben dem dunklen Probenraum oder dem hellen Scheinwerferlicht. Man will nicht mehr als schwächstes Glied in der Kette mit seiner ganzen Person vor ein Publikum treten und, nachdem der ...
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Theater heute Jahrbuch 2015
Rubrik: Der Ensemble-Konsens, Seite 74
von Judith Hofmann
Anfang diesen Jahres, um genau zu sein: am 8. Februar 2015, hatten wir, Nicolas Stemann und ich, uns mit Elfriede Jelinek verabredet. Es war gewissermaßen ein Antrittsbesuch der zwei Neuen in dieser Stadt – Nicolas Stemann wird ab dieser Spielzeit Hausregisseur an den Münchner Kammerspielen. Viel mehr, als sich «Grüß Gott» zu sagen und die künstlerische...
A
Miguel del Arco
Helena – Plädoyer für eine Schlampe
(Theater Biel Solothurn)
Ayad Akhtar
Geächtet (Disgraced)
(Schauspielhaus Hamburg)
Mattias Andersson
Acts of Goodness
(Theater Radebeul Landesbühnen Sachsen)
B
Alexandra Badea
Zersplittert (Schauspielhaus Graz)
Brigitte Buc
Hundswetter (Komödie am Kurfürstendamm)
C
Pamela Carter
Was wir wissen (Theater...
Nicht erst seit vor ein paar Jahren der «Nipster» durch die vermischten Nachrichten geisterte – Personen im Hipster-Outfit auf Nazi-Demos – und Neonazis als «Nationale Autonome» Methoden und Looks des «Schwarzen Blocks» imitierten, verlangt ein Phänomen nach Deutung, das in verschiedenen Formen schon seit Beginn des neuen Jahrtausends aktenkundig ist: die...
