Postideologische Querfronten
Nicht erst seit vor ein paar Jahren der «Nipster» durch die vermischten Nachrichten geisterte – Personen im Hipster-Outfit auf Nazi-Demos – und Neonazis als «Nationale Autonome» Methoden und Looks des «Schwarzen Blocks» imitierten, verlangt ein Phänomen nach Deutung, das in verschiedenen Formen schon seit Beginn des neuen Jahrtausends aktenkundig ist: die Querfront.
Nicht nur Einzelne, die politisch zwischen und über den Demarkationslinien irrlichtern, sondern neue Parteien und Bewegungen werden unter diesem Begriff zusammengefasst, deren zentrales Charakteristikum eine ungewöhnliche, über die Gräben der bekannten politischen Konstellationen Brücken bildende Allianz ist. Das Spektrum reicht von der kulturellen Anpassung und Entwendung von Lifestyle-Elementen aus dem Repertoire der politischen Gegner bis zur Wiederbelebung des Nationalbolschewismus und anderer unguter Verbindungen aus der Weimarer Republik.
Postideologischer Konsens
Erst kamen Leute wie der pararassistische, niederländische Muslimbekämpfer Pim Fortuyn, der aber seinen massiv gegen liberale Toleranz-Ideen gerichteten Antimultikulturalismus mit einem libertären Bekenntnis zu den Rechten und Freiheiten von Schwulen und ...
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Theater heute Jahrbuch 2015
Rubrik: Wo herrscht der Konsens?, Seite 14
von Diedrich Diederichsen
Deutschland im Endspiel. Alle vier Jahre wieder. Und die Stadt stürzt sich in den sommerlichen Fußballrausch und vergisst für kurze Zeit die von Kriegen zerrissene Welt jenseits der eigenen Mauern. Alle vier Jahre wieder. Aber nicht alle können oder wollen sich mitreißen lassen. Udi, Roy, Serösha, Ulyana, Joanna und Üzüm kreiseln in den nächtlichen Strudeln ihrer...
A
Petra Afonin
Schnabeltassen
(Württembergische Landesbühne Esslingen)
Thomas Arzt
Totes Gebirge (Theater in der Josefstadt)
Werthers große Liebe. Oder schick mir die Pistole, Baby
(Theater Phönix)
Auftrag:Lorey
Back to black (Deutsches Schauspielhaus Hamburg)
B
Hans op de Beeck
Die Leere nach dem Fest (Schauspiel Frankfurt)
Sibylle Berg
Und dann kam Mirna...
Die Hip-Dichte war ganz enorm», mit diesem schönen Satz beginnt eine Theaterrezension der «Zeit» vom 2. Mai 1997. «Ja, es scheint so, als wäre Frank Castorfs Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz bei der Premiere von ‹Trainspotting› der hippeste place in town, denn so viel grünes Haar und Schwarzgewand, so viel Nach-Sartre-Existentialismus hinter den schwarzen...
