Postideologische Querfronten
Nicht erst seit vor ein paar Jahren der «Nipster» durch die vermischten Nachrichten geisterte – Personen im Hipster-Outfit auf Nazi-Demos – und Neonazis als «Nationale Autonome» Methoden und Looks des «Schwarzen Blocks» imitierten, verlangt ein Phänomen nach Deutung, das in verschiedenen Formen schon seit Beginn des neuen Jahrtausends aktenkundig ist: die Querfront.
Nicht nur Einzelne, die politisch zwischen und über den Demarkationslinien irrlichtern, sondern neue Parteien und Bewegungen werden unter diesem Begriff zusammengefasst, deren zentrales Charakteristikum eine ungewöhnliche, über die Gräben der bekannten politischen Konstellationen Brücken bildende Allianz ist. Das Spektrum reicht von der kulturellen Anpassung und Entwendung von Lifestyle-Elementen aus dem Repertoire der politischen Gegner bis zur Wiederbelebung des Nationalbolschewismus und anderer unguter Verbindungen aus der Weimarer Republik.
Postideologischer Konsens
Erst kamen Leute wie der pararassistische, niederländische Muslimbekämpfer Pim Fortuyn, der aber seinen massiv gegen liberale Toleranz-Ideen gerichteten Antimultikulturalismus mit einem libertären Bekenntnis zu den Rechten und Freiheiten von Schwulen und ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Jahrbuch 2015
Rubrik: Wo herrscht der Konsens?, Seite 14
von Diedrich Diederichsen
Mitte März im Staatsschauspiel Dresden: Gerade noch hatte Fiesko zu Genua, halbseidener Hoffnungsträger einer putschbereiten Regierungsopposition, im Hinterzimmer gekokst und an spätpubertären Flaschendrehspielchen teilgenommen. Jetzt tänzelt er an der Rampe auf und ab und fragt unter maximal demagogischer Pokerface-Aufbietung: «In welcher Regierungsform leben wir...
Die Theaterzeitschrift
im 56. Jahrgang
Gegründet von
Erhard Friedrich und Henning Rischbieter
Herausgeber
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
Redaktion
Eva Behrendt
Barbara Burckhardt
Franz Wille (V.i.S.d.P.)
Redaktionsbüro
Martin Krämer
Gestaltung
Christian Henjes
Designkonzept
Ludwig Wendt Art Direction
Redaktionsanschrift
Nestorstr. 8–9, 10709 Berlin,
Te...
TH Sie alle hier am Tisch übernehmen in den nächsten zwei Jahren neue Theater, drei Schauspieltheater, die vor größeren Einschnitten stehen, als es übliche Intendantenwechsel sind. Aus ganz unterschiedlichen Gründen: Das Düsseldorfer Theater ist nach dem vorzeitigen Ende der Leitung von Staffan Valdemar Holm und zwei Interimsleitungen ziemlich am Boden; der Wechsel...
