Postideologische Querfronten

Der Konsens im politischen Zentrum gebiert kuriose bis krude neue Allianzen und neue Weltanschauungs­typen – vom linken Antisemiten bis zum ökobewegten Neonazi

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Nicht erst seit vor ein paar Jahren der «Nipster» durch die vermischten Nachrichten geisterte – Personen im Hipster-Outfit auf Nazi-Demos – und Neonazis als «Nationale Autonome» Methoden und Looks des «Schwarzen Blocks» imitierten, verlangt ein Phänomen nach Deutung, das in verschiedenen Formen schon seit Beginn des neuen Jahrtausends aktenkundig ist: die Querfront.

Nicht nur Einzelne, die politisch zwischen und über den Demarkationslinien irrlichtern, sondern neue Parteien und Bewegungen werden unter diesem Begriff zusammengefasst, deren zentrales Charakteristikum eine ungewöhnliche, über die Gräben der bekannten politischen Konstellationen Brücken bildende Allianz ist. Das Spektrum reicht von der kulturellen Anpassung und Entwendung von Lifestyle-Elementen aus dem Repertoire der politischen Gegner bis zur Wiederbelebung des Nationalbolschewismus und anderer unguter Verbindungen aus der Weimarer Republik.

Postideologischer Konsens

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Theater heute Jahrbuch 2015
Rubrik: Wo herrscht der Konsens?, Seite 14
von Diedrich Diederichsen

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