Rassismus in der Paartherapie
Eine Sextherapie gegen Rassismus: «Slave Play» wirkt auf den ersten Blick ziemlich abgedreht. Doch vielleicht zeichnen sich gute Ideen genau dadurch aus, dass sie anfangs befremden und am Ende den Eindruck hinterlassen, dass sie eigentlich ziemlich naheliegend waren. In dem Stück des dreißigjährigen Autors Jeremy O. Harris, das Anfang Oktober am Broadway Premiere feierte, geht es um drei Paare in Beziehungskrisen. Es bestehen zwischen ihnen nicht viele Gemeinsamkeiten, abgesehen davon, dass jeweils einer der Partner schwarz und einer weiß ist.
Dass ihre Beziehungsprobleme etwas mit ihrer Hautfarbe zu tun haben sollen, wie die zwei esoterisch angehauchten Therapeutinnen behaupten, leuchtet den meisten von ihnen nicht ein. Im Verlauf des Abends steht uns Zuschauern aber genau das zunehmend deutlich vor Augen.
Zurück in die Sklavenhaltung
Am vierten Tag der einwöchigen Paartherapie steht ein Rollenspiel auf dem Programm, das unmittelbar vor Ausbruch des amerikanischen Bürgerkriegs angesiedelt ist. Sie sollen in die Rollen von versklavten Menschen und Sklavenhaltern schlüpfen und unter diesen historischen Vorzeichen ihre sexuellen Fantasien ausleben. «Antebellum Sexual ...
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Theater heute Januar 2020
Rubrik: International, Seite 40
von Birthe Mühlhoff
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Musicals in New York sind in Zeiten von Donald Trump auch nicht mehr das reine Unterhaltungsvergnügen, das sie einmal waren. Über «Hadestown» (Foto), «Dear Evan Hansen» und eine neue Art politischer Kunst
Was darf Kunst? Was heißt Repräsentation? Wo beginnt Diskriminierung? Ein Kunstdiskurs als neues Stück: Thomas Melles «Ode», der Stückabdruck
Sebastian...
Theater heute Wenn man die biografischen Texte in «Die Abschaffung der Familie» liest, könnte man denken, die Republik Moldau ist nur einen kleinen Schritt vor der Hölle: extrem verarmt, brutal patriarchalisch und ohne funktionierenden Rechtsstaat.
Nicoleta Esinencu Ganz und gar nicht. Ich sehe dasselbe hier. Wir leben doch alle in patriarchalischen...
