Problem erkannt, Problem gebannt?
Peter Korach ist schon eine gute halbe Stunde im Jenseits, liegt hübsch aufgebahrt im Zentrum der bewegungsfreudigen Drehscheibe der Münchner Kammerspiele und hat schon manche bühnentechnische Karussellfahrt hinter sich. Da schüttet sein Vater Simon, ein prominenter Lokalpolitiker, der vielleicht gar nicht sein Vater ist, noch einen Bauchladen voll Platituden über ihn aus, redet von Liebe, Fehlern und was man sonst noch wollte, wenn man anders könnte. Da wird es selbst dem Toten zuviel, Oliver Mallison steht einfach wieder auf und setzt sich zurück aufs Sofa.
So etwas hält keine Leiche aus.
So lustig wird es allerdings nur selten in Lars-Ole Walburgs Uraufführung von Lukas Bärfuss’ «Die Probe» an den Münchner Kammerspielen. Denn Peter hat selbst mit den Fehlern wegen der Liebe angefangen und seinen kleinen Sohn einem diskreten Gentest unterzogen, weil er sich plötzlich seiner Vaterschaft nicht so ganz sicher war. Wenn dann nicht das gewünschte Ergebnis kommt, gibt es ein Problem. Und wenn man das Problem, das man sich gerade selbst gemacht hat, sehr ernst nimmt, kommen gleich noch ein paar andere hinterher. Aber dazu später.
Das Problem mit dem Problemstück liegt auf der Hand: Es ...
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