Es muss auch solche geben
Sechs Jahre ist es her, dass im Dezember 2000 der damals noch weitgehend unbekannte Michael Thalheimer am Hamburger Thalia Theater den denkwürdigen Anfang einer kleinen «Liliom»-Renaissance des 21. Jahrhunderts machte: Auf minutenlange Bewegungslosigkeit des hemdsärmeligen Protagonisten, die schließlich in einem seltsamen Schütteln der Arme, unwillkürlicher Ausdruck von Überdruss und Ratlosigkeit eines entfremdeten Subjekts, gipfelte, folgte ein mindestens ebenso langes Stroboskopgewitter lebensverwaltender (und -begrabender) Alltagspiktogramme.
Später durfte ein dumpf in seiner Verletzlichkeit vor sich hin brütender Peter Kurth vor dem neugierig starren Blick der blutjungen Fritzi Haberlandt symbolisch in ein Taschentuch wichsen, was den ehemaligen Bürgermeister der honorigen Hansestadt Klaus von Dohnanyi prompt zu dem berühmten Ausruf «Das ist doch ein anständiges Stück. Das muss man doch nicht so spielen» provozierte.
Immerhin schien es also noch Reibungspunkte zu geben zwischen einer schmutzig-romantischen Vorstadtlegende aus der Endphase eines zerfallenden k. u. k.-Imperiums und unserem bereits zu Beginn sexuell wie sozial ernüchterten Jahrhunderts der bürgerlichen ...
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Der eine ist der berühmteste Geldfälscher der Zwischenkriegszeit. Weil der Maler Salomon Sorowitsch von seiner Kunst nicht leben kann, verdient er sein Geld mit falschem Geld. Ein kriminelles Talent, das er notfalls auch in den Dienst der Nazis stellt, obwohl sie ihn, den Juden aus Odessa, ins KZ gesteckt haben. Der andere, Adolf Burger, würde hingegen jedes Opfer...
Mit diesem bürgerlichen Trauerspiel ist es eine komplizierte Sache. Seit Fritz Kortners vielgerühmter Inszenierung von 1970 gilt es als ausgemacht, dass Galottis Tochter den Prinzen von Guastalla «liebt», in ihn verknallt ist oder wie immer wir dieses eigentümliche Nervenspektakel einer widersinnigen Anziehung nennen wollen.
Das macht allerdings weder die Deutung...
Der österreichische Filmemacher Götz Spielmann (Jg. 1961) hat im Auftrag des Linzer Landestheaters sein erstes Stück geschrieben. Bevor er sich an die Arbeit machte, hat er Shakespeare gelesen. «Das hat mich dankenswerterweise inspiriert», verrät der Autor im Programmheft.
«Imperium» hat zwar nichts mit Shakespeare zu tun. Aber wenn man so will, kann man Spielmanns...
