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Andreas Liebmann «Schnitt»

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So war die Story irgendwann vielleicht im Morgenblatt zu lesen: Junger Mann aus Stuttgart verunglückt mit dem Motorrad in Buenos Aires; und die junge Frau, vor deren Tür es geschah, bringt ihn nach Hause. Der Schweizer Autor Andreas Liebmann nutzt den Augenblick künstlerisch weit darüber hinaus – vom Lebenseinschnitt aus montiert er poetische Szenen der Erinnerung. «Schnitt», der Text zur Meldung, entstand im Rahmen des Autorenprojekts «Dramenprozessor», für das das Züricher Theater Winkelwiese, das Schlachthaus-Theater in Bern und das Theater Tuchlaube in Aarau zusammen arbeiten.

Und als «Theatermaterial» firmiert die locker gefügte Szenenfolge im Untertitel. Das ist durchaus programmatisch gemeint – jede Inszenierung könnte aus diesen Texten den jeweils eigenen «Schnitt» erfinden. Und so bietet die Inszenierung auf der Probebühne am Zürcher Schauspielhaus den Anlass gleich für mehrere Entdeckungen.

Zum einen hält der Text ein erstaunlich sicheres Gleichgewicht: Hie en gros eher realistisch wirkende Motive (Pedro, der Junge aus Stuttgart, hat nach dem Tod der Mutter die Schwester und den eheflüchtigen Vater verlassen, um nach Argentinien aufzubrechen und dort den leiblichen Vater ...

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Theater heute März 2007
Rubrik: Chronik, Seite 43
von Michael Laages

Vergriffen
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