Elternlose neue Freiheit
Deutschland im Endspiel. Alle vier Jahre wieder. Und die Stadt stürzt sich in den sommerlichen Fußballrausch und vergisst für kurze Zeit die von Kriegen zerrissene Welt jenseits der eigenen Mauern. Alle vier Jahre wieder. Aber nicht alle können oder wollen sich mitreißen lassen. Udi, Roy, Serösha, Ulyana, Joanna und Üzüm kreiseln in den nächtlichen Strudeln ihrer privaten Verstrickungen. Alle sind sie Menschen der großen Stadt. Das, was man ihre Identitäten nennen könnte, ist vielfältig und widersprüchlich, gewachsen und gebrochen und dann wild weiter gewuchert.
Aber alle sind sie auf der Suche nach dem Hafen, der endlich die Erlösung des Angekommenseins verheißt. Eine Liebe, ein Haus, ein Kind.
Udi («der Israeli») und Roy («der Araber») sind ein Paar und träumen wie die halbe Welt von einer Eigentumswohnung in dieser Stadt. Dafür ziehen sie in durchgefeierten Nächten die Touristen in den schwulen Bars ab und sparen eisern. Doch nun will Roy raus aus allem, aus dem Projekt und der Beziehung. Üzüm («die neue Deutsche»), die mit Joanna wohnt, träumt vom Sieg im Finale und von einem Kind. Üzüms Freundin Ulyana («die Ukrainerin») will aber zurück in das Land, aus dem sie kam und das ...
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Theater heute Jahrbuch 2015
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 189
von Jens Hillje
Die Welt ist so absurd. 1,1 Millionen Euro jeden Tag in eine zukunftslose Vision zu stecken, die BER heißt, ist ein gigantischer Schildbürgerstreich, der jede Vorstellungskraft übersteigt. Mittlerweile werden darüber nur noch die Schultern gezuckt, und man will nicht weiter daran erinnert werden. Vor diesem Hintergrund ist es merkwürdig, rechtfertigen zu müssen,...
A
Miguel del Arco
Helena – Plädoyer für eine Schlampe
(Theater Biel Solothurn)
Ayad Akhtar
Geächtet (Disgraced)
(Schauspielhaus Hamburg)
Mattias Andersson
Acts of Goodness
(Theater Radebeul Landesbühnen Sachsen)
B
Alexandra Badea
Zersplittert (Schauspielhaus Graz)
Brigitte Buc
Hundswetter (Komödie am Kurfürstendamm)
C
Pamela Carter
Was wir wissen (Theater...
... zieht sich Wolfram Lotz’ Kolonialismus-Groteske «Die lächerliche Finsternis» durch die diesjährige Kritikerumfrage. Nicht nur waren sich mehr Kritiker als jemals zuvor, nämlich 27, einig, dass dies das deutschsprachige Stück des Jahres ist (zweitplatziert folgt mit 4 Stimmen Ewald Palmetshofers «die unverheirate»), 8 Kollegen machten auch Dusan David Parizeks...
