Im Selbstwiderspruch

18 Jahre Zuschauerin an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz – ein Fallbeispiel

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Die Hip-Dichte war ganz enorm», mit diesem schönen Satz beginnt eine Theaterrezension der «Zeit» vom 2. Mai 1997. «Ja, es scheint so, als wäre Frank Castorfs Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz bei der Premiere von ‹Trainspotting› der hippeste place in town, denn so viel grünes Haar und Schwarzgewand, so viel Nach-Sartre-Existentialismus hinter den schwarzen Brillen, so viel Foucault-Glatze war selten.» Auch ich war damals Publikum, zusammen mit meinem Ex-Freund, einem Ostberliner Jurastudenten, der mich ein paar Jahre früher mit seiner Volksbühnenleidenschaft infiziert hatte.

Ich saß zwar erst ein paar Vorstellungen später drin mit einer anscheinend nicht nur aus heutiger Perspektive problematischen Haar­tönung in Henna-Rot. Aber die Überzeugung, mich am hippsten place in town zu befinden, teilte ich hundertprozentig.

Wie lässt sich das Publikum der Volksbühne beschreiben, zumal über einen Zeitraum von rund zwanzig Jahren? Natürlich am besten anhand eines Fallbeispiels. Immerhin bin ich 18 Jahre lang in die Volksbühne gepilgert, und nicht nur aus professionellen Gründen. Wobei das Verb mit Bedacht gewählt ist: Es schwang eben mehr mit als reiner Kritiker-Ehrgeiz oder Bildungs- und ...

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Theater heute Jahrbuch 2015
Rubrik: Der Konsens im Parkett, Seite 22
von Eva Behrendt

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Reinsperger Ja, ich bin öfter hier. Ich kenn’ hier den Barkeeper.
Borgmann Aha. Das kann nie schaden. Ich bestell mal was.

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