Im Selbstwiderspruch
Die Hip-Dichte war ganz enorm», mit diesem schönen Satz beginnt eine Theaterrezension der «Zeit» vom 2. Mai 1997. «Ja, es scheint so, als wäre Frank Castorfs Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz bei der Premiere von ‹Trainspotting› der hippeste place in town, denn so viel grünes Haar und Schwarzgewand, so viel Nach-Sartre-Existentialismus hinter den schwarzen Brillen, so viel Foucault-Glatze war selten.» Auch ich war damals Publikum, zusammen mit meinem Ex-Freund, einem Ostberliner Jurastudenten, der mich ein paar Jahre früher mit seiner Volksbühnenleidenschaft infiziert hatte.
Ich saß zwar erst ein paar Vorstellungen später drin mit einer anscheinend nicht nur aus heutiger Perspektive problematischen Haartönung in Henna-Rot. Aber die Überzeugung, mich am hippsten place in town zu befinden, teilte ich hundertprozentig.
Wie lässt sich das Publikum der Volksbühne beschreiben, zumal über einen Zeitraum von rund zwanzig Jahren? Natürlich am besten anhand eines Fallbeispiels. Immerhin bin ich 18 Jahre lang in die Volksbühne gepilgert, und nicht nur aus professionellen Gründen. Wobei das Verb mit Bedacht gewählt ist: Es schwang eben mehr mit als reiner Kritiker-Ehrgeiz oder Bildungs- und ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Jahrbuch 2015
Rubrik: Der Konsens im Parkett, Seite 22
von Eva Behrendt
A
Petra Afonin
Schnabeltassen
(Württembergische Landesbühne Esslingen)
Thomas Arzt
Totes Gebirge (Theater in der Josefstadt)
Werthers große Liebe. Oder schick mir die Pistole, Baby
(Theater Phönix)
Auftrag:Lorey
Back to black (Deutsches Schauspielhaus Hamburg)
B
Hans op de Beeck
Die Leere nach dem Fest (Schauspiel Frankfurt)
Sibylle Berg
Und dann kam Mirna...
1. Kurz vor Probenbeginn zur «unverheirateten» von Palmetshofer Ewald, Café Europa, 16 Uhr, Wien
Reinsperger Hallo. Ich bin die Steffi. Schön dich mal kennenzulernen.
Borgmann Ja, schön. Hallo. Robert. Find ich auch. Gut hier irgendwie.
Reinsperger Ja, ich bin öfter hier. Ich kenn’ hier den Barkeeper.
Borgmann Aha. Das kann nie schaden. Ich bestell mal was.
Stefanie...
TH Sie alle hier am Tisch übernehmen in den nächsten zwei Jahren neue Theater, drei Schauspieltheater, die vor größeren Einschnitten stehen, als es übliche Intendantenwechsel sind. Aus ganz unterschiedlichen Gründen: Das Düsseldorfer Theater ist nach dem vorzeitigen Ende der Leitung von Staffan Valdemar Holm und zwei Interimsleitungen ziemlich am Boden; der Wechsel...
