Positionen
Nicolas Stemann: Verstecken spielen
Bezeichnet man mit «Künstler» jemanden, der eine künstlerische Tätigkeit ausübt, dann ist es natürlich leicht, diese Frage mit Ja zu beantworten: Das tun wir alle. Versteht man darunter jemanden, der Kunst macht, dann wird es schon komplizierter. Es gibt viele Dinge, die Theater davon abhalten, Kunst zu sein. Zum Beispiel die Angst. Und damit einhergehend das Bedürfnis nach Sicherheit.
Alle wollen immer irgendeine Absicherung, was schließlich dazu führt, dass sich alle permanent hinter irgendetwas verstecken.
Die Schauspieler verstecken sich hinter dem Stück und dem Regisseur, hinter klaren «Verabredungen», ihrem «Handwerk» oder ihren «Figuren». Die Bühnenbildner verstecken sich hinter dem Regisseur und hinter anderen Zwängen – sonst würden sie doch mit ihrem Gestaltungstalent eine Kunstsparte suchen, in der sie freier und eigenständiger agieren können. Die Dramatiker verstecken sich in der Regel hinter dem Medium Theater, sonst würden sie doch Romane schreiben oder Gedichte. Die Regisseure verstecken sich hinter den Schauspielern, die sie ihre ureigenen Geschichten verkörpern lassen, weil sie sich das selbst nicht trauen würden. Und das ist ja ...
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Theater heute Juni 2009
Rubrik: Was heisst hier Kunst, Seite 10
von Stemann, Kaegi, Hartmann, Ostermeier, Meyerhoff, Rosmair, Gerstner, Hartmann, Berg, Loher, Kimmig, Bosse, Heller, Brack, Kusej, Jelinek, Lösch
Als mir Toni Servillo an diesem sonnigen Märztag auf der schönen Piazza des Teatro Carignano in Turin entgegenkommt, sieht er von Weitem nicht viel anders aus als der von ihm verkörperte camorristische Giftmüllmanager Franco aus dem «Gomorrha»-Film. Zwar trägt er statt des hellen Leinenanzugs eine dicke Jacke und einen Schal, und die Haare sind nicht ganz so grau...
Henry Millers Roman «Sexus» eilt der üble Ruf voraus, das Ficken ficken genannt zu haben, lange bevor dies offiziell üblich war. In Oberhausen soll die Idee, «Sexus» auf die Bühne zu bringen, aus Diskussionen um den «Sommernachtstraum» hervorgegangen sein: Und in der Tat könnte man in «Sexus» den Sommernachtstraum des 20. Jahrhunderts sehen. «Was meinst du, was das...
Zum letzten Mal brachte ein Finne 2005 Glanz an die Ostsee. Das war Jari Litmanen, beim seinerzeit erstklassigen FC Hansa. Genutzt hat sein Engagement nichts, der Abstieg kam. Mittlerweile kämpft das Aushängeschild der Hansestadt in der zweiten Bundesliga um den Verbleib im Profifußball.
Abwärts ging es zuletzt auch mit dem Rostocker Volkstheater. Mit Tanz und...
