Pop und Terror
Vielleicht war ja mal wieder Jean Baudrillard dran schuld. Oder Paul Virilio oder Guy Debord oder einer von denen. Der Aufstand der Zeichen, die Geschichte als Retro-Szenario, rasender Stillstand, you name it you got it. Wahrscheinlicher aber ist es einfach die Zeit, Nine-Eleven, Guantanamo, der genetische Fingerabdruck. Ein Unbehagen gegenüber der Welt und die gleichzeitige Lust, sich hineinzuwerfen in dieses Unbehagen, da die Bilder vom Terror längst Pop-Ikonen sind.
Wie soll man da die Lust von der Unlust noch trennen, das Vergnügen vom Horror, Pop von Ernstfall und Ausnahmezustand?
Pop ist auch bei Constanza Macras zugleich Oberfläche und tief empfundenes Lebensgefühl; es gibt kein Innen und kein Außen, das Empire ist überall, und so ist es auch die Multitude. Ick bin all da. Wogegen wenig zu sagen ist, weil’s ja nun mal so ist. Eines zumindest aber ist schnell klar: «Big in Bombay», die neueste, in Berlin teils geradezu hyperventilierend erwartete Produktion von Constanza Macras, die im Haus der Berliner Festspiele Premiere hatte und inzwischen in die Schaubühne gewandert ist, lebt vom Overkill der Zeichen, der Szenen, der Typen, der Ideen. Ein rasantes Spiel mit allem, was ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Wenn die Götter den Osten lieben, dann behalten sie es jedenfalls auffällig für sich. Der Dürre-Sommer 2003 ließ in Brandenburg die Felder vertrocknen, die Duschen in den Camping-Plätzen versiegen, und die anhaltende Medien-Krise hat die freischaffende Architekturkritikerin Lissie Kelch obendrein den letzten Job gekostet. Worauf sie ihren Kleinwagen voll lädt und...
Sie war zurückgekehrt in das Haus in den Bergen. Auf der Südseite hatte man das weite Panorama des Steinernen Meeres vor sich. An klaren Tagen konnte man die Spitze des Watzmannvaters erkennen.
Der Alte hatte sie vom Flughafen abgeholt und in seinem Jeep heraufgebracht. Sie mußte sich hinten auf die Ladefläche setzen, weil der Beifahrersitz herausmontiert war. Der...
Hund, Katze, Maus. Nein, falsch, ein Kind ist’s, das da – Punkt, Punkt, Komma, Strich – entsteht. Und eine Hose. Ein Fernseher. Ein König: den Kopf durch die Papierwand gesteckt und die Krone einfach drübergemalt. So ein König aber, der hat’s nicht leicht, ist einsam ohne Frau. Und alle anderen sind nur scharf auf seinen Job. Gut ist es da, wenn man ein paar...
