Perfekte Pommes

Die Berliner Volksbühne neu erfinden – geht das? Matthias Lilienthals Auftakt am Rosa-Luxemburg-Platz mixt Bewährtes und Experimentelles mit Rimini Protokoll, Anta Recke und Satoko Ichihara

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Nicht nur das Rasendreieck vor der Volksbühne sieht aus wie eine Festivalwiese, der ganze Rosa-Luxemburg-Platz hat sich gefüllt zur offiziellen Umsonstund-draußen-Eröffnung des Theaters an einem lauen Abend im Herbst. Intendant Matthias Lilienthal wuselt nervös in rotem T-Shirt durch die Massen, verspricht Journalist:innen Pommes nach dem «House wash» von Florentina Holzinger.

Endlich treten ihre Musikerinnen, selbstverständlich nackt, eine nach der anderen auf das Dach des Hauses, das kurz vor dem Ersten Weltkrieg aus Spenden des Arbeiterkulturvereins «Freie Volksbühne» erbaut wurde. Die düsteren Bässe sind etwas verwaschen, die Geige zu leise, und auch von der Austreibungsrede, die eine Sängerin ins Mikro spricht, versteht man nur Fetzen.

Doch was dann geschieht, erklärt sich selbst: Florentina Holzinger und ihre Komplizinnen, mittlerweile Stars der Kunstszene von Venedig bis Hongkong, seilen sich an der Fassade ab, machen Stopp am Schriftzug «Volksbühne», dessen Buchstaben sie einzeln putzen und polieren. Zwei weitere Performerinnen malen derweil mit Riesenstiften die Worte «Volks» und «Falls» auf die noch leeren Banner an den Flanken. Nächster Halt in den Zwischenräumen über ...

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Theater heute November 2026
Rubrik: Starts, Seite 44
von Eva Behrendt

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