(K)ein Schweigen im Schwarzwald
Wie umgehen auf der Bühne mit der neuen Rechten? Viele Versuche haben wir gesehen: Sie als Karikatur zu zeigen oder ihr mit queeren Stücken zu begegnen. Nicht selten muten diese Bestrebungen plakativ und didaktisch an. Das Schauspiel Stuttgart setzt seit einiger Zeit auf eine andere Strategie und entdeckt dafür das Dokumentartheater wieder. Mit reduzierter Kulisse und Requisite nähert es sich der Wirklichkeit an, erhebt den Wahrheitsanspruch gegen populistische Verschwörungen.
Nach der grandiosen Inszenierung von Peter Weiß’ «Die Ermittlung» in der vergangenen Spielzeit wendet sich das Haus nun Hannah Arendt und ihren Analysen autoritären Denkens zu, und zwar in einem opulenten, knapp fünfstündigen, mehrteiligen Abend.
Regisseur und Intendant Burkhard Kosminski lässt seine Premiere mit zwei leisen, aber wirksamen Szenen beginnen. Zum einen mit einem nachgestellten Fernsehinterview mit der Philosophin, zum anderen mit dem Briefwechsel zwischen ihr und ihrem akademischen Lehrer und zeitweisen Geliebten Martin Heidegger. Beide sitzen dazu nur auf einer langen Bank, die während ihres Vortrags langsam nach oben entschwebt. Eine haltlose Liebe, die am Ende nicht zu halten sein wird ...
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Theater heute November 2026
Rubrik: Chronik, Seite 66
von Björn Hayer
Pläne der Redaktion
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Ein Jahr als Schauspieldirektorin am «Nationaltheater» Belgrad – Tanja Sljivars Romangroteske im Büchermagazin
«The Truest True Crime» – der Titel verspricht nicht zu viel. Über die Uraufführung von Anne Jelena Schultes neuem Stück in...
Iason, um mit dem griechischen Held, Ehebrecher und finalen Jämmerling anzufangen, hatte keine einfache Kindheit. Der Sohn eines abgesetzten Königs wuchs in der Höhle des Cheiron auf, ein Zentaur, also Mischung aus Pferd und Mensch. Dieses Fabelwesen war äußerst gebildet nicht nur in Philosophie und Heilkunst, mit daraus abgeleitet reichlich pessimistischem...
Es geht wie bei Jan-Christoph Gockel üblich um die großen Fragen. Auch dieses Mal, nach seinem gefeierten «Wallenstein» an den Münchner Kammerspielen über den russischen Söldnerführer Jewgeni Prigoschin und den Kriegsherrn Wallenstein, interessiert er sich für die Mechanismen des Krieges. Nur sind jetzt nicht die wenigen da oben im Fokus, die Befehlshaber, sondern...
