Parodie zwecklos

Elfriede Jelineks Ibiza-Satyrspiel «Schwarzwasser» im Wiener Akademietheater

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Manchmal schreibt das Leben Geschichten, die sich auch eine Literaturnobelpreisträgerin nicht besser ausdenken könnte.

Die «Ibi­za-Affäre» ist so ein Fall: Ein österreichischer Rechtspolitiker, der dabei gefilmt wird, wie er in einer spanischen Ferienvilla bei Unmengen von Zigaretten und Wodka Red Bull einer vermeintlichen russischen Oligarchennichte das halbe Land (Bauaufträge, die größte Boulevardzeitung, das Trinkwasser) verhökern will – wie soll man das literarisch noch toppen? Sogar 

Elfriede Jelinek, die sonst vor keinem Thema zurückschreckt, hat ihren ersten Schreibreflex vorerst unterdrückt. «In diesem Fall habe ich nicht sofort reagiert, weil ja alles klar und eindeutig war», schreibt sie. «Es ist im Grunde Stoff für Kabarettisten. Aber das beste Kabarett, die beste Komödie wäre, das Ganze einfach so vorzuführen, wie es gesagt worden ist. (…) Man kann das ja nicht übertreffen, nicht einmal parodieren oder lächerlich machen, obwohl ich das natürlich versuche.»

Nachzulesen sind diese Überlegungen im Programmheft zu dem Stück, das Jelinek dann ja doch geschrieben hat: Anfang Februar, keine neun Monate nach der Veröffentlichung des Ibiza-Videos, wurde «Schwarzwasser» im ...

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Theater heute April 2020
Rubrik: Aufführungen, Seite 23
von Wolfgang Kralicek

Vergriffen
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