«Osteuropa kann den Westen zum Frühstück verspeisen»
Franz WilleMögen Sie Flughäfen?
Tena StivicicFrüher schon, so vor zehn Jahren, als ich anfing, öfter zu reisen. Flughäfen fand ich sehr romantisch. So viele Menschen, die kommen und gehen, man weiß nie, wen man gerade trifft. Damals sind noch viel weniger Leute geflogen, das hatte fast noch etwas Dekadentes. Und verglichen mit Zügen und Bussen, besonders in meinem Teil der Welt, waren sie sauber, die Leute waren höflich, sie haben einen respektvoll behandelt. Damals war ich 20 und fand das toll. Es war für uns das Tor zur Welt.
Inzwischen hat sich das sehr geändert: Flughäfen sind immer überfüllt, voller frustrierter Leute, die endlos auf irgendetwas warten, keiner ist mehr nett, und alle paar Meter muss man seine Schuhe ausziehen oder sich durchsuchen lassen – ein erniedrigendes Gefühl. Man fühlt sich immer als potentieller Verbrecher – und wir sind alle damit einverstanden. Ich glaube, man kann an Flughäfen metaphorisch festmachen, wie sehr sich die Gesellschaft in den letzten 10 Jahren verändert hat.
FWFür Sie hat sich in den letzten Jahren noch mehr verändert. Sie leben nicht mehr in Zagreb, sondern in London. Und Sie brauchen auch kein Tor zur Welt mehr, weil Ihnen die Welt ...
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