Orte des Zusammenseins
«Public matters, now more then ever» steht kurz nach der Wahl von Donald Trump in rotgezackter Comic-Agitations-Grafik auf den Plakaten des Public Theater am Astor Place. Im Foyer werden die verschiedenen Vorstellungen, die gleich beginnen, der erwartungvollen Menschenansammlung ausgerufen. Das Public beherbergt fünf Spielorte, von denen mindestens drei allabendlich gleichzeitig mit Uraufführungen bespielt werden, außerdem die Cabaret-Bühne Joe’s Pub für das Performance-Nachtprogramm.
Im ersten Stock gibt es noch das Restaurant, The Library genannt, nach der ursprünglichen Funktion des Gebäudes aus dem 19. Jahrhundert, das einst die Astor-Bibliothek beherbergte. Vor und während des Zweiten Weltkriegs gehörte es einer Hilfsorganisation für jüdische Flüchtlinge.
Anfang der Sechziger zog der legendäre Joe Papp mit seinem 1954 gegründeten Theater dort ein und erfand es programmatisch als Gegenwartstheater und Forum für Inklusion und neue Ideen. Diesem Geist wird das heutige Public unter seinem künstlerischen Direktor, dem leidenschaftlichen Literatur- und Theaterverfechter Oskar Eustis, mehr als gerecht. An einem Tag im Dezember 2016 kann man hier alle drei Teile der intimen ...
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Theater heute Februar 2017
Rubrik: International, Seite 38
von Stefanie Carp
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Warum wird man Terrorist? Warum setzt man sich mit einem Sprengsatz voller Schrauben vor dem Bauch in ein vollbesetztes Restaurant und jagt sich in die Luft, damit mehrere Dutzend unschuldige Mitmenschen in Stücke gerissen werden? Vielleicht, weil der eigene Bruder vorher von israelischen Sicherheitskräften während seiner Hochzeit hinterrücks erschossen worden ist?...
Alte Frauen, zwischen 60 und 90 Jahren. Am Strand, an der Kühltheke, im urbanen Nichtort. Die eine bewegt sich kaum merklich im Stehen, die andere versucht einen Sitzblues, die dritte mosht exzessiv, aber alle tanzen. Eun-Me Ahn hat für «Dancing Grandmothers» in der koreanischen Provinz recherchiert, das Ergebnis dieser Recherche ist der Mittelteil des...
