Kaiserslautern: Der Berg schweigt
Menschen in eine Extremsituation zu packen und dann entspannt zuzuschauen, wie sie sich zerfleischen, ist ein Klassiker, von «Geschlossene Gesellschaft» bis «Dschungelcamp». Dramatiker Thomas Arzt wählt für sein Menschenexperiment «Der nackte Felsen» eine raue, lebensfeindliche Hochgebirgslandschaft nach dem Vorbild des Toten Gebirges, einem einsamen Felsplateau in den Ostalpen, nur höher. Hierhin treiben die unnahbare Bergführerin Marie und ihr Kollege Wolf eine Gruppe ambitionierter Adventure-Fuzzis.
Ob diese auf Selbsterfahrung aus sind oder nicht, sie werden das Fürchten lernen.
Die zerklüftete Spielfläche in den Kammerspielen des Pfalztheaters Kaiserslautern wirkt, als hätte Bühnenbildner Oliver Kostecka aus einer senkrechten Betonwand riesige, bedrohlich kantige Puzzleteile herausgelöst. Unwillkürlich versucht man, sie zu einem Ganzen zusammenzusetzen – und scheitert. Teile fehlen, Kanten sind zu schräg, Winkel zu spitz. Die vier Aktivurlauber, leider mehr am Auspowern denn an Semiotik interessiert, ignorieren diese bildliche Warnung des Berggeistes. Sie müssen erst selbst erfahren, dass An-die-Grenzen-Gehen und Blasen an den Füßen nicht unbedingt reparieren können, was ...
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Theater heute Februar 2017
Rubrik: Chronik, Seite 47
von Cornelia Fiedler
Tschechoslowakei, Sommer 1968. «Why don’t we do it in the road?», röhrt Paul McCartney in schönster Rotzrockerlaune in den Birkenwaldprospekt im Konstanzer Theater. Berechtigte Frage. Warum tun sie’s nicht einfach vor allen Leuten, dieser Landarztvagabund, die Stadtschickse, die Dorflolita oder dieses Triebkomplexpaket, nach dem das Stück benannt ist? Nun, sie tun...
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Stefanie Carp: Sie haben Ihr Theaterleben dem Entwickeln und Aufführen zeitgenössischer Dramatik gewidmet und verschiedene Theater geleitet. Seit 2005 haben Sie das Public Theater zu einer der erfolgreichsten New Yorker Bühnen gemacht. Wie sehen Sie die Rolle eines Dramaturgen und eines Produzenten?
Oskar Eustis: Produzent und Dramaturg haben zwei verschiedene...
