«Ophelia? Eine Kackrolle!»

Paulina Alpen hat am Staatstheater Mainz herausgefunden, dass sie lieber freischaffend arbeitet – am liebsten mit jungen Regisseurinnen wie Lucia Bihler. Mit deren Stuttgarter Inszenierung «Die Welt im Rücken» ist sie jetzt beim Theatertreffen zu sehen: ein Porträt

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Paulina Alpen als Gregor Samsa macht jedes Käferkostüm überflüssig. Sie spielt’s einfach: biegt sich nach hinten in die Brücke und geht behände auf allen Vieren. Zieht den Kopf ein, nimmt einen Apfel zwischen die Hände und zermalmt ihn mit den Zähnen – mit gieriger, aber beharrlicher Gründlichkeit, wie man es etwa bei Rosenkäfern, die sich auf einer Doldenblüte niedergelassen haben und diese nun abgrasen, beobachten kann. Aus Alpens Bewegungen im Raum kann man das Taumeln und die panische Desorientierung sich in Gefahr befindlicher Insekten herauslesen.

So auch, wenn sie sich vor den übergriffigen Familienmitgliedern rückwärts in dunkle Ecken verzieht. Und auch, wenn ihr Samsa verzweifelt gegen den Verlust seiner Sprache kämpft, geht das ganz schön ans Herz in Kafkas «Die Verwandlung» am Wiener Burgtheater in der Regie von Lucia Bihler.

Wir treffen uns in einem Café in München Schwabing. Alpen hat am Abend zuvor am Münchner Volkstheater die Rolle des David in «The Lobster» gespielt, der grotesken, dystopischen, tiefschwarzen Komödie nach dem Film von Yorgos Lanthimos, ebenfalls von Bihler inszeniert. Alpen spielt David als einen erst scheuen, schüchternen, sehnsüchtigen, oft ...

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Theater heute Mai 2026
Rubrik: Akteure, Seite 46
von Verena Großkreutz

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