Nur die Liebe zählt

Noah Haidle «Menschliches Repertoire» am Theater Oberhausen

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Ausgespuckt aus einem dampfenden, runden Schlund werden sie, in das Jenseits hinein, das die Bühne ist – die Zuschauer sitzen im Kreis drumherum und sind schon da im selben Boot. Als die sechs frischen Toten von der Erde hustend über den Rand des kreisrunden Höllentors kriechen, empfängt sie die lässig tanzende Bühnentechnikerin Hollis (Franziska Roth) mit Overall und Feudel. «Herzlichen Glückwunsch», klatscht sie resolut und weist zu Kaffee und Gurkensandwich in der Kantine.

Endlich aufgewacht aus der Illusion einer persönlichen Identität! Erstmal zum Klo nach der extremen Reise, bevor die Ablösung vom alten Leben stattfinden kann.

Ein interessantes Setting hat der US-amerikanische Autor Noah Haidle in «Menschliches Repertoire» entworfen, es erinnert von Weitem an Sartres «Huis Clos»: Tote, die nicht loslassen können, sich erstmal zurechtfinden müssen in ihren vom Menschsein losgelösten Charakter und alten Konflikten hinterherhängen. Im Jenseits-Backstage versammeln sie sich wie in einer Art Wellness-Selbsterfahrungs-Tempel – das zugleich ein Theater im Theater ist.

Das Auftragsstück für das Theater Oberhausen – Erfolgsautor Noah Haidle arbeitet schon zum zweiten Mal direkt für ...

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Theater heute Dezember 2025
Rubrik: Chronik, Seite 62
von Dorothea Marcus

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