«Nochmal dasselbe bitte!»
Ich weiß nicht, wie ich das heute schaffen soll. Ich bin unendlich müde und ausgelaugt, mein Körper fühlt sich an wie ein schwerer nasser Sack, der nichts mit mir zu tun haben will. Mich belasten private Sorgen, ich kann schwer an irgendwas anderes denken. Aber ich habe heute Vorstellung. Dasselbe Stück wie vorgestern, da war es richtig gut. Der Gedanke daran, dass ich heute wieder hunderte Menschen unterhalten muss, schnürt mir die Kehle zu. Keine Ahnung, wie ich das schaffen soll. Wie ich das wiederholen soll.
Die Wiederholung gibt es nur in ihrer Differenz, meint Deleuze.
Wiederholung bringt Differenz hervor; das vermeintlich Gleiche existiert nur als nachträgliche Abstraktion. Sobald man etwas nochmal macht, macht man es anders. Zeitliche Stellung, Kontext, Aufmerksamkeit, Stimmung – nichts kann genauso wiederholt werden, die Bedingungen für eine Wiederholung sind jeden Moment anders, jeder Moment ist ein neuer und hat seine eigenen Regeln. Die Wiederholung ist ein irreführendes Konzept. Sie vermittelt den Eindruck, dass man sich etwas jederzeit einfach «wieder holen», kann, aber nichts, absolut nichts steht uns erneut zur Verfügung, jeder Augenblick ist ein anderer, fordert ...
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Theater heute Juni 2026
Rubrik: Magazin, Seite 73
von Julia Riedler
Vanessa
Vater
Kunde / Johannes
Kundin / Mutter
Mönch / Sportlehrer
Yannic
Han Biao Federer
Geist von Bandung
1
Vanessa Der Mann da. Das ist mein Vater. Der da, genau. Mit dem Cappy. Arbeitet hier, eine Weile schon. Hat’s mir nicht gesagt am Anfang. Hat so getan, als wär nichts. Wenn ich zu Besuch war, ist er morgens aus dem Haus gegangen, wie immer. Um sieben. Und...
24.6./MITTWOCH
23:00, ARTE: Ingeborg Bachmann, 100 Jahre Ingeborg Bachmann, F/A 2026
Die Dokumentation von Regisseurin Barbara Frank zeichnet ein vielschichtiges Porträt von Ingeborg Bachmann. Im Zentrum steht eine Autorin zwischen literarischem Ruhm, persönlicher Zerrissenheit und künstlerischer Radika -lität, deren Schreiben immer wieder als Angriff auf...
Nicht ein Clown, sondern viele: Ein ganzes Zirkusbestiarium bevölkert die Manege bei Antú Romero Nunes’ Inszenierung von Charles Dickens’ «Hard Times». Es gibt hier Tier-Mensch-Wesen, Artist:innen, Weißclowns, einen Dummen August und mittendrin einen Zirkusdirektor, den Cino Djavid mit Lispelstimme, schlecht sitzendem Anzug und extrem unvorteilhafter Perücke...
