«Noch ein Weinchen, noch ein Zigarettchen»
(...) Das Tanztheater Deutschlands steht unter Schock. Erst jetzt, da Pina Bausch tot ist, schaut sich der Betrieb um und merkt, dass es keine Nachfolger gibt für sie, nicht einen. Über das Weiterleben ihrer Stücke auf der Bühne dachte sie nach, ohne zu einer Entscheidung gelangt zu sein vor ihrem Tod.
Wer soll nun welche Werke ohne sie alleinverantwortlich einstudieren, und kann man diese Vorstellungen als gewöhnliche Wiederaufnahmen betrachten wie zu ihren Lebzeiten? Wird das vielmehr nicht zwangsläufig ein anderes Stück? Oder muss man umgekehrt diese Fragen akademisch nennen, solange noch irgendein Tänzer auf der Bühne steht und Hackfleisch auf einem Bügeleisen brät wie einst Jan Minarek, der heute in seiner Heimat Trecker fährt und sich nicht mehr schert, was seinen Bühnenfiguren von seinen Nachfolgern widerfährt?
Das Tanztheater an deutschen Bühnen hat seine historischen Bedingungen – Emanzipation, ‘68, Weltkulturumarmung – verloren, und selbst die erweiterten Zulassungskonditionen für die postpostmodernen Epigonen wie Meg Stuart sind weggefallen. Stuart ließ in Zürich und an der Berliner Volksbühne nur noch Schütteln und Zittern, Rennen, Zusammenknallen und Hinfallen zu und ...
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Wer Manfred Meihöfer auf der Bühne erlebt hat, weiß, dass mit ihm ein zum Platzen pralles Energiebündel auftrat. Manchmal hatte man fast den Eindruck, als tobe während des Spielens in ihm eine Wut auf das Spielen selbst, als wollte er dieses «Als ob» in sich niederringen.
Vor ungefähr zehn Jahren spielte er am Berliner Gorki-Theater den Anton Meister in der Regie...
Ein Konjunkturzyklus funktioniert im Kleinen so: Jemand erfindet ein Produkt, das alle Leute gerne haben wollen, sagen wir einen mp3-player oder das Auto. So langsam entsteht Nachfrage nach der noch seltenen Ware, und die Preise sind hoch. Das bemerken aufmerksame Hersteller, die auf den Zug aufspringen wollen und Fabriken aus dem Boden stampfen. Irgendwann gibt es...
Ausgerechnet die Vernunft bringt Lajos und Jokaste dazu, ihrem kleinen Sohn Ödipus die Füße verstümmeln und ihn den Geiern zum Fraß vorwerfen. Die Greueltat soll verhindern, dass sich der schreckliche Orakelspruch vollzieht, demzufolge der kleine Frechdachs eines Tages Lajos ermorden und Jokaste schwängern wird. Aus Vernunft verlässt auch Ödipus, der die frühe...
