Alles ist verhandelbar
Alte, aber gute Frage: Was ist Glück? Klar: Für jeden etwas anderes. Und mancher vermutet es gern bei den anderen. Zum Beispiel bei Ellen und Tom: Mitte 40, beruflich sehr erfolgreich und immer unterwegs. Gerade waren sie in Japan, um Ellen ein Tattoo machen zu lassen – jenes, das ihre beste Freundin Mara bereits hat, die jetzt zum Abendessen zu Gast ist und ihr neues Kleid aus Mailand bewundern lässt.
Ach, wer so ein Leben führt, wo es zu den drängendsten Fragen gehört, ob man nun spanisches oder italienisches Öl an die Garnelen tut – was könnte der vermissen?
Maras Antwort: ein Kind. Ein Wunsch, der das gediegene Abendessen sprengt. Denn auf Maras erst subtile, dann eindeutige Anfrage, Tom als Samenspender zu gewinnen, reagiert dieser zu interessiert und Ellen zu entsetzt als die zuvor demonstrierte Freude der beiden an der eigenen Kinderlosigkeit erwarten ließ. Der Grund für den Eklat folgt bald: Tom überrascht Ellen mit der Behauptung, sich immer nur ihrer Verweigerung gefügt zu haben und muss seinerseits erfahren, dass Ellen wiederum in der Angst, mit Kind für Tom zur Last zu werden, vor zehn Jahren eine Abtreibung vornehmen ließ.
Woanders wäre das bereits der ...
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