Nichtwiedergut­machung

In Lars Kraumes Film «Der Staat gegen Fritz Bauer» spielt auch der Paragraph 175 eine Rolle

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Nicht verjährt. Im November 2014 lief in den Kinos Giulio Ricciarellis «Im Labyrinth des Schweigens» an, der sich als deutscher Kandidat für die Vorauswahl der «Oscar»-Nominierungen qualifizieren konnte (s. TH 11.2014). Jetzt rückt ein zweiter Film nach, der ebenfalls den hessischen Generalstaatsanwalt der jungen Bundesrepublik, Fritz Bauer, zum Helden bestimmt. Beide Filme erzählen die gleiche Geschichte – sehr verschieden.


So, wie Lars Kraume in «Der Staat gegen Fritz Bauer» seine Hauptfigur einführt (mit dokumentarischem Schwarzweiß-Material einer Ansprache an die jungen Deutschen), ahnt man, dass der Mann es schwer nimmt, es schwer mit sich hat und wir es mit ihm auch nicht leicht haben werden. Sperrig, ungelenk, kein Sonntagsredner. Und kein glücklicher Mensch. Es folgt ein Stillleben mit einem Röhrchen Schlaftabletten und einem Glas Alkohol am Rand der Badewanne – Bauer wird gerettet. War es ein Suizid-Versuch? Kraume entwirft ein von Thriller-Elementen durchfunkeltes, dunkel gerändertes Bild dieses großen Deutschen, Juristen und Patrioten, der von den Nazis eingesperrt und nach Skandinavien vertrieben worden war und nach 1945 geschmäht, verleumdet, angefeindet, überwacht ...

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Theater heute Oktober 2015
Rubrik: Magazin, Seite 77
von Andreas Wilink

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