Nichts Besseres als der Tod
Der traurigste Satz in Dea Lohers an verzweifelten Ausrufen, hilflosem Geplapper, mutlosem Verstummen und endgültigen «letzten Worten» so reichem Stück «Unschuld» steht ganz am Ende: «Ich wäre gerne ein Rettungsschwimmer», sagt der illegale Immigrant Elisio. Aber da ist ja längst niemand mehr da, der sich wirklich helfen lassen würde: All die seltsamen Wesen in der fremden Welt, denen er begegnet ist oder die am Rand seiner wackligen Existenz ihre eigene über allerletzte Runden bringen wollten, haben mit dem Leben und mit der Hoffnung abgeschlossen.
Fadoul muss selbst das blinde Mädchen Absolut, das sich doch noch gegen das Sehen entschieden hat, ziehen lassen, zurück in die Bar «Zum Blauen Planeten», wo sie wieder begafft werden wird als groteske Stripperin mit den toten Augen. Und die rätselhafte Rothaarige, mit deren Freitod Elisios Zweifel an der neuen, verheißungsvollen Wirklichkeit begannen, steht wieder am Strand, entkleidet sich langsam und geht nochmal ins Meer, das wie eine schöne, sichere Verlockung erscheint. Der Kreis der alltäglichen Hölle schließt sich – schlechte Zeiten für Hilfsbereite.
«Unschuld», wie es Georg Schmiedtleitner am Nürnberger Schauspiel inszeniert, ...
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Ein Aufreißer ist Andy nicht, wirkt dafür aber so naiv, dass die Mädels Gefallen an ihm finden können.
Nadja allerdings, die am Tresen einer Bar sitzt, hat im Moment ganz andere Sorgen und ist nicht bereit zur Balz. Da war dieser Horrorfilm, den sie passagenweise nur mit geschlossenen Augen überstanden hat. Jetzt kippt sie einen Kurzen nach dem anderen. Warum sie...
Es sei durchaus die etwas altmodische Galanterie, die es in dem und um den ganzen Betrieb trotz allem immer noch gebe: «... da halten die Männer den Frauen noch die Türen auf», sagt Miriam Wagner, wenn man sie fragt, was das Theater für sie so anziehend mache. Und wie aufs Stichwort stellt die Kellnerin in der kleinen spanischen Kneipe in der Erlanger Altstadt ein...
Man wird ja nicht alle Jahre dreißig. Dachte sich Paines Plough und gönnte sich zum runden Geburtstag mal was ganz Besonderes: Man schenkte sich selbst acht neue Stücke.
Eigentlich nur folgerichtig. Paines Plough ist Englands wichtigstes «New Writing»-Theater ohne feste Bühne, das heißt, man tourt Frischgeschriebenes durch’s gesamte Vereinigte Königreich. Die...
