Brachiale Transplantationsforschung
Ein Biomediziner, der Frau und Kind Schweineherzen einpflanzt, um sich dereinst zum Retter der geklonten Menschheit auszurufen. Ein Terrorist, der ahnungslosen Hotelbettinsassen eine fette Knarre an den schlaftrunkenen Schädel drückt, um sich mal wieder wild und frei zu fühlen. Zwei Schauspieler, die dazu neigen, sprunghaft aus der Rolle zu fallen, um sich an Kollegenkomplimenten aufzuputschen. «Schwanzlutscher», «Tierficker» – so in der Kategorie. Das sind sie, die «Schweine» des 21. Jahrhunderts.
Herkunftsland Holland, hochgezüchtet von Oscar van Woensel und dem Theaterkollektiv Dood Paard aus Amsterdam, ein schnelles Kammerstück mit kurzer Botschaft: Nichts ist wirklich, traut keinem Albtraum, echt wahr, Leute. So in der Kategorie.
Damit ist nicht gesagt, dass Ensemble und Publikum nicht auf ihre Kosten kämen. Das Theater Freiburg spielt im dritten und letzten Jahr der Intendanz von Amélie Niermeyer mit Oscar van Woensels «Schweinen» nochmals zwei seiner Stärken aus: das Vertrauen in junge Theatermacher – in diesem Fall das Team um den 33-jährigen Regisseur Christian Doll – und die Lust auf unerprobte Texte. Zwar wurde «Varkens» schon vor neun Jahren geschrieben, zwar setzen ...
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Simon Stephens kommt aus Stockport und ging fort, erst nach York, dann nach London. Sein zweites Stück «Port» (nach «Reiher», Stückabdruck in TH 4/03) spielt in einer, dieser Kleinstadt und handelt vom Fortgehen, von Aufbruch. Sein drittes, «One Minute», spielt in London und handelt, ja, auch vom Fortgehen, aber ebenso vom Bleiben, von Stagnation, vom Leben ohne...
Berlin hat ihr kein Glück gebracht: im Theater. Da hatte Bernd Wilms für den Neustart am Deutschen Theater unter anderem Anika Mauer aus Bremen weg engagiert: ein Missverständnis, allerbestenfalls. Zuvor umschwärmt und von allen und jedem im Bremer Haus gepflegt als existenzielle, hingebungsvolle Protagonistin für Konstanze Lauterbach und Thomas Bischoff, als...
Wie wohl hätte man sich heute einen «Weltverbesserer» vorzustellen, einen, der von sich sagt, «mein Kampf ist ein Kampf um das Glück aller; sollte ich glücklich sein, so müssten es zuerst alle andern Menschen um mich herum sein»? Getroffen hat man ja schon länger keinen mehr.
Wäre so einer jung und bei Attac, wäre er ein übrig gebliebener 68er, wäre er eine...
