Neue Stücke, Aufführungen, Suchlauf
Neue Stücke
Frank Wedekinds «Frühlings Erwachen» mit E. L. James Sadomasomärchen «Fifty Shades of Grey» querzudenken – das klingt mindestens so crazy wie an no dunnemals Castorfs Durchkreuzung von «Pension Schöller» mit Heiner Müllers «Wolokolamsker Chaussee». Das «hybride Bilderbuch der Sexualaufklärung», das auf diese Weise entstehen soll, bringt das Kollektiv She She Pop mit Schauspielern der Münchner Kammerspiele heraus: «50
Grades of Shame».
Die (teilweise identischen) KollegInnen von Gob Squad legen kurz darauf dort noch eins drauf: «Krieg und Frieden» von Leo Tolstoi dient ihnen als Spielfolie für eine Live-Video-Performance mit Zuschauerbeteiligung. «For Sale» heißt die multinationale Recherche über Menschenhandel, in der Clemens Bechtel für den Freiburger Beitrag dokumentarisches Material aus der Fleischindustrie, Prostitution und Migration zusammenführt. Fritz Kater hat mal wieder kryptisch zugeschlagen: «I’m searching for I:N:R:I (eine kriegsfuge)» heißt die Kreuzung aus Spionagethriller und Orpheus-Mythos, die Jossi Wieler am Schauspielhaus Stuttgart uraufführt. Alexander Eisenach vertheatert am Schauspiel Graz «Die Frequenzen», einen Roman des Grazer Autors ...
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Theater heute März 2016
Rubrik: Daten, Seite 63
von
Dostojewski ist einer der Autoren, an die man einmal geglaubt haben muss. Für empfängliche Seelen ist das eine beglückende Zeit, man identifiziert sich mit des Russen irrsinnsnahem Allmitgefühl: sein spezielles Gespür für die Spielsucht des Spielers, die Zerrüttung des Mörders, die Fallsucht des Idioten. Später schämt man sich dann etwas für die...
Spekulationsstand zu Beginn der #TT16-PK: Thalheimer, Castorf, Pollesch, Nunes, Marthaler, Rau, Dortmund, Henkel, Richter, Lösch, Fritsch», twitterte es kurz vor der Verkündigung der Theatertreffen-Auswahl 2016 durchs Netz. So kann man sich verspekulieren. Überschneidung von Spekulation und Realeinladung: eine! Ja, Herbert Fritsch hat es wieder ins TT geschafft,...
In der Betonwand klafft ein riesiges Loch, durch das eine überdimensionale Lokomotive gebrochen ist. Jetzt steht sie da, dampfend – und wartet auf neue Ziele. Die Eisenbahn, sie wird in Suse Wächters Inszenierung des Hauptwerkes von Günther Anders zum Sinnbild für den technologischen Fortschritt. Und zum Startschuss einer Entwicklung, die den Menschen an ihrem Ende...
