Neue Stücke · Aufführungen (2/2020)
Aufführungen
In Basel widmet sich Stefan Bachmann dem Amoklauf eines Staatsanwalts zwischen Befreiungsheld und Despotie: «Graf Öderland». Bei Michael Thalheimer im Berliner Ensemble laufen dagegen die «Gastarbeiter»-Feindbilder des Wirtschaftswunders Amok: Rainer Werner Fassbinders «Katzelmacher».
Nebenan im Maxim Gorki will Christian Weise mit Shakespeares «Hamlet» das schief vereinigte Deutschland untersuchen, und in der Berliner Volksbühne vertanzt Constanza Macras gleich die ganze westliche Zivilisation als Traumfabrik künstlicher Authentizität: «The West». Derweil geht bei Johan Simons im Schauspiel Bochum die Liebe durch den Magen, und die Frage nach dem perfekten Sonntagsragout versetzt eine glückliche Ehe in Eduardo de Filippos «Samstag, Sonntag, Montag» in Turbulenzen. Kafkas unergründliches Bürokratiegespinst «Das Schloss» wird am Hamburger Schauspielhaus von Viktor Bodo umkreist, während am dortigen Thalia Theater Yael Ronen Yuval Noah Hariris internationalen Bestseller «Eine kurze Geschichte der Menschheit» zur (R)Evolution dramatisiert. Am Münchner Residenztheater will Karin Henkel Medeas jahrtausendealter beispielloser Blutspur erhellende neue rote Flecken ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Februar 2020
Rubrik: Daten, Seite 65
von
Das sagt man gerne so dahin: Beim Geld höre die Freundschaft auf. Für Resi, Mitte 40, ist der Spruch aber bittere Realität geworden. Die Ich-Erzählerin aus Anke Stellings Roman «Schäfchen im Trockenen» wird mit ihrem Künstler-Mann und den vier Kindern von Kumpel Frank schlichtweg vor die Tür gesetzt. Untermietvertrag gekündigt! Rache ist bekanntlich süß. Die...
In einer Rezension des deutschen Musikfilms «Ich war noch niemals in New York» las ich: «Man sollte sich bei Musicals nicht an der Triftigkeit von Handlungen aufhalten.» Ob es einen Kritiker in New York gibt, der so eine These wagen würde? Ich war im Herbst eine Woche in New York, um mir Musicals anzuschauen. Vom Schauspiel und der Schauspielausbildung kommend,...
Der Captain hat sich in einer Bude aus Kissen verschanzt und liest, während die MS Futuro durch die unendlichen Weiten des Weltraums gleitet. Data Luv erklärt die Gemeinschaft der Zukunft, in der alle machen, was sie am besten können:
Eine*r macht Aufstrich für alle. Zwei schrubben das Deck. Und der Nächste bereitet einen Tanzworkshop vor. Und wenn der Captain...
