Amnesie im All
Der Captain hat sich in einer Bude aus Kissen verschanzt und liest, während die MS Futuro durch die unendlichen Weiten des Weltraums gleitet. Data Luv erklärt die Gemeinschaft der Zukunft, in der alle machen, was sie am besten können:
Eine*r macht Aufstrich für alle. Zwei schrubben das Deck. Und der Nächste bereitet einen Tanzworkshop vor. Und wenn der Captain nicht anpacken will, ist das auch okay – schließlich basiert hier ja alles auf Freiwilligkeit und Arbeitsteilung.
Dass diese Gemeinschaft der Zukunft Bo-i-Bänd heißt und immer fünfköpfig daherkommt, ist dem Jahr geschuldet, in dem wir uns befinden: Es ist 1994.
In den Kammerspielen des Schauspiel Frankfurt laden Nele Stuhler und Jan Koslowski zu «1994 – Futuro al dente». Stuhler, die Angewandte Theaterwissenschaft und Szenisches Schreiben studierte, und Koslowski, der ein Regiestudium absolvierte, haben sich an der Berliner Volksbühne kennengelernt. Die geteilte Vergangenheit sieht man ihren Stücken an, sie sind zitat- und anspielungsreich, witzig und schnell. Theater ist bei ihnen immer eine ausgesprochene Einladung zum Spiel: Zum Wortspiel, zum Spielen mit Rezeptionsebenen, aber auch zum ganz physischen Spiel, zur ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Februar 2020
Rubrik: Neue Stücke, Seite 34
von Esther Boldt
Sie haben Scheiße gebaut, und sie wissen es. Ohne bösen Willen, aber dennoch. Lesley (Mona Vojacek Koper), Inga (Charlotte Puder) und Tom (André Hinderlich) sind Mitarbeiter eines US- Kulturmagazins in Deutschland und warten auf den erlösenden Anruf aus New York. Das Vergehen ist das gezeichnete Cover ihres aktuellen Heftes, auf dem eine nackte schwarze Frau zu...
Klaus Dermutz Herr Takayama, Ihr «Wagner Project» lässt die Hierarchie des klassischen Opernbetriebs hinter sich. Wie entstand die Idee, Richard Wagners «Die Meistersinger von Nürnberg» mit Hiphop zu kombinieren?
Akira Takayama Wir bilden eine neue Gemeinschaft, sehr gemischt und divers, die sonst nie in dieses Theater kommt. Entsteht im Künstlerhaus Mousonturm...
In einer Rezension des deutschen Musikfilms «Ich war noch niemals in New York» las ich: «Man sollte sich bei Musicals nicht an der Triftigkeit von Handlungen aufhalten.» Ob es einen Kritiker in New York gibt, der so eine These wagen würde? Ich war im Herbst eine Woche in New York, um mir Musicals anzuschauen. Vom Schauspiel und der Schauspielausbildung kommend,...
