Neu und neuneu
«Kunst kommt von können und nicht von wollen, sonst müsste es ja Wunst heißen.» (Karl Valentin)
Seit einiger Zeit gibt es den Ruf nach Veränderung am Stadt- und Staatstheater. Hat sich etwas verändert, und wenn ja, was? Ja, es ist Bewegung im Spiel: Neue Ideen brechen auf, um verwirklicht zu werden. Nur, ist das NEU? Ja, es ist Bewegung im Spiel: Neue Führungsmöglichkeiten durchbrechen die Macht der «alten weißen Männer».
Nur, ist das NEU?
Ja, es ist Bewegung im Spiel: Es werden neue Räume für Unerhörte geschaffen. Nur, ist das NEU? Ja, es ist Bewegung im Spiel: Es werden Rollenmodelle neu definiert. Nur, ist das NEU? Ja, es ist Bewegung im Spiel: Das soziale Gefüge wird endlich neu definiert. Nur, ist das NEU? Ja, es ist Bewegung im Spiel: Professionalität wird neu definiert, und das, finde ich, ist tatsächlich NEU! – Und zwar bedenklich neu. Denn was muss ein Team mit neuen Ideen außer neuen Ideen noch haben, wenn nicht Professionalität!
Was es früher einmal gab, nämlich dass junge Schauspieler:innen oder Bühnenbildner:innen oder Kostümbildner:innen oder Regisseur:innen aufgebaut wurden, das sollte es vielleicht auch für die an die Macht strebenden jungen Führungskräfte geben. ...
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Theater heute Jahrbuch 2022
Rubrik: Transformation, Seite 84
von
Fühlst du dich gerade schuldig … Wer ist eigentlich dafür verantwortlich, die Fragen nach Machtmissbrauch, mangelnder Geschlechtergerechtigkeit, strukturellem Rassismus, problematischen Leitungsstrukturen, schwierigen Arbeitsbedingungen, unfairem Gagensystem und mangelnder Diversität im deutschen Stadttheatersystem zu beantworten … Wer soll so etwas überhaupt...
Möglicherweise waren es die plötzlich gewonnene Zeit des Reflektierens und die Leerlauf-Phasen der Lockdowns, die die strukturellen Probleme der Theaterbetriebe deutlicher denn je in aller Munde gebracht haben. Probleme, die lange vor sich hin gegärt haben und nun geradezu herausquellen aus den Theatern. Die Liste ist lang. Hat die Pandemie-Erfahrung zu einem...
Theater heute
Die Theaterzeitschrift im 63. Jahrgang
Gegründet von Erhard Friedrich und Henning Rischbieter
Herausgeber
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
Redaktion Eva Behrendt, Franz Wille (V.i.S.d.P.)
Redaktionsbüro Katja Podzimski
Gestaltung Christian Henjes
Designkonzept Ludwig Wendt Art Direction
Redaktionsanschrift
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